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ALA-Präsidentin Courtney Young: „Uns interessiert, was im deutschen Bibliothekswesen passiert!“

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ALA und BID unterzeichnen „Memorandum of Understanding“

Von Katharina Leyrer & Simone Waidmann

Auch in der Vergangenheit hatte der alle drei Jahre stattfindende Bibliothekskongress in Leipzig schon verschiedene Partnerländer; 2016 werden die USA zu Gast sein. Während sich bisher aber die Zusammenarbeit auf den Kongress beschränkte, soll dieser zukünftig lediglich den Auftakt zu einer dreijährigen Kooperation bis zum nächsten Kongress darstellen. Zu diesem Zweck wurde auf dem 80. IFLA Weltkongress heute erstmals ein „Memorandum of Understanding“ zwischen Bibliothek & Information Deutschland (BID )und der American Library Association (ALA) unterzeichnet.

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Im Anschluss trafen wir die Unterzeichneten Barbara Lison, Vorstandsmitglied von BID, und Courtney Young, Präsidentin der ALA, zum Interview. Ihre Antworten sind im Folgenden übersetzt und in gekürzter Form wiedergegeben.

Wie sah die Zusammenarbeit zwischen der American Library Association und BID bisher aus?

Barbara Lison: Die Zusammenarbeit fand bisher eher vereinzelt statt, es gab zum Beispiel Austauschprogramme zwischen einzelnen deutschen und US-amerikanischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Jetzt wollen wir diese Zusammenarbeit stärken und generalisieren.

Welche Ziele haben Sie bei dem Kooperationsprojekt?

Barbara Lison: Wir können so viel von US-amerikanischen Bibliotheken lernen, besonders bei der Interessensvertretung. Was das Thema E-Books angeht, müssen wir viel zusammen erkämpfen und können auch viel voneinander lernen.

Courtney Young: US-amerikanische BibliothekarInnen sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Netzwerk zu vergrößern.

Was können die deutschen und US-amerikanischen Bibliotheksverbände voneinander lernen?

Courtney Young: Amerikanische KollegInnen können die verschiedenen deutschen Bibliothekstypen kennenlernen: Viele amerikanische WissenschaftlerInnen nutzen für ihre Arbeit Quellen aus Deutschland. Durch ein besseres Verständnis der deutschen Bibliothekslandschaft, deutscher Bibliotheksbestände und -angebote können amerikanische BibliothekarInnen diese NutzerInnen besser beraten.

Barbara Lison: Uns ist es wichtig, voneinander zu lernen, wie man im jeweils anderen Kulturkreis an bestimmte Dinge herangeht, um ein besseres Verständnis für andere Ansätze zu entwickeln.

Gibt es bereits Ideen für Projekte und Veranstaltungen während der dreijährigen Kooperationsphase?

Barbara Lison: Konkrete Pläne gibt es – abgesehen natürlich vom Bibliothekskongress 2016 – noch nicht. Vielmehr sollen BibliothekarInnen dazu angeregt werden,  selbst Kooperationsideen zu entwickeln, die die Verbände dann unterstützen wollen. Der Austausch von Delegationen soll weiterhin mit speziellen Reisestipendien gefördert werden. Aufgabe von BID und ALA ist es, dieses Angebot unter den FachkollegInnen bekannt zu machen.

Frau Lison betonte zudem das Ziel, das deutsche Bibliothekswesen sprachlich zu öffnen. Konkret sollen deutsche BibliothekarInnen und InformationsspezialistInnen verstärkt in englischer Sprache publizieren;  insbesondere Webseiten sollen zweisprachig sein, Konferenzankündigungen und „Calls for Papers“ sollen auch auf Englisch erfolgen. Internationale KollegInnen bekommen so die Möglichkeit, sich über Aktivitäten und Entwicklungen im deutschen Bibliothekswesen zu informieren und daran anzuknüpfen.

Courtney Young bestätigte: „Wenn deutsche BibliothekarInnen mehr auf Englisch publizieren, ist das toll für uns: Wir sind daran interessiert, was in Deutschland und weltweit im Bibliothekswesen passiert!“

Wir sind gespannt, welche Impulse von dieser Kooperation ausgehen werden und freuen uns auf den Bibliothekskongress 2016 in Leipzig mit unserem Partnerland USA!

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