BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International

Sind Sie ein Leser 3.0?

Hinterlasse einen Kommentar

„Gamification“ bedeutet, etwas Normales und Alltägliches (wie z.B. Einkaufen zum Supermarkt) in etwas Unterhaltsames und Lustiges zu verwandeln. Diese Idee, die ursprünglich aus dem Marketing stammt, hat längst auch das Lesen erreicht: Das elektronische Lesen ermöglicht nicht nur allerhand zusätzliche Funktionen, sondern verbindet LeserInnen auch über das Web 2.0.

Welche Möglichkeiten, aber auch welche Gefahren dieses „gamifizierte“ Lesen mit sich bringt, haben Masterstudierende an der École nationale supérieure des sciences de l’information et des bibliothèques (Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen) in Lyon bei der Postersession auf dem WLIC 2014 vorgestellt.

Das Phänomen, sich online über Literatur auszutauschen, wird als Social Reading bezeichnet und findet bereits seit geraumer Zeit auf Plattformen wie „Goodreads“ oder „Lovelybooks“ statt. Hat man sich bei einer Social Reading-Plattform registriert, kann man virtuelle Regale erstellen, Bücher bewerten, personalisierte Buchempfehlungen erhalten, an Lese-runden und Buchverlosungen teilnehmen; man kann in den Bücherregalen von FreundInnen stöbern, Rezensionen anderer Community-Mitglieder lesen und kommentieren. Innovative Formen des Social Reading gehen über diese Funktionen noch hinaus: Sie ermöglichen der Leserin, Textstellen im E-Book direkt zu markieren und in sozialen Netzwerken zu teilen; die Kommentare anderer LeserInnen können direkt auf der Buchseite eingeblendet werden. Darüber hinaus kann das eigene Leseverhalten dokumentiert und nachvollzogen werden.

Gamification, so Bertrand Clerc und seine KommilitonInnen, ist eine gute Möglichkeit, um diese Social Reading Gemein-schaften zu beleben und einen Geist des Wetteiferns hervorzubringen. Bedenklich ist aber, dass die Leserin dabei selbst zum „electronic document“ wird: So werden Daten über die Buchauswahl und das Leseverhalten gesammelt, um diese – beispielsweise zu Werbezwecken – kommerziell zu verwerten.

Die Master-Studierenden unterscheiden drei „Lese-Typen“:

  • Der Leser 1.0 liest ausschließlich gedruckte Bücher. Er tauscht sich nur mit seiner Familie und FreundInnen über das Gelesene aus.

  • Der Leser 2.0 liest sowohl E-Books als auch gedruckte Bücher. Er ist bei einer Social Reading Community im Netz angemeldet, liest Kommentare anderer oder beteiligt sich selbst.

  • Der Leser 3.0 liest ausschließlich E-Books. Er wählt ein „gamifiziertes“ Leseverhalten: er teilt sein digitales Leben gerne mit anderen, ist technologie-affin und nutzt Plattformen wie z.B. Kobo reading life.

Und welcher Lese-Typ sind Sie?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s