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Konferenz: Person in digital environment. Is reading different in the 21st century? 21.-23. April in Valmiera, Joint Library, Lettland – Tag 3

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Am dritten Konferenztag steht eine Exkursion auf dem Programm. Wir werden von einem kleinen Bus am Hotel abgeholt und fahren durch endlose Birkenwälder.

In Lettland ist die Bevölkerungsdichte sehr gering. So wurden in den 90er-Jahren die kleinsten Dörfer administrativ zusammengelegt. Die jeweiligen Mittelpunktdörfer jedoch erhielten eine ungewöhnlich professionelle und gut ausgebaute Infrastruktur (v.a. Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Krankenversorgung, VHS etc.). Wir erfahren, dass gerade die kulturelle Infrastruktur sehr gut ausgebaut ist. Dennoch wandern viele (junge) Menschen ab/aus, da es zu wenige Arbeitsplätze gibt.

 

  1. Evele Parish Library:
  • Eigentlich 500 Einwohner, 200 davon leben dort, wo es Arbeit gibt (Ausland)
  • Empfang mit einem Kinderlied „Der Kuckuck und der Esel“ auf Deutsch
  • Bibliothek ist ungewöhnlich rege: Schreibwettbewerbe, Vorlesen, größere Projekte, bei denen die Literatur ein Teil davon ist (z.B. Bienen-Projekt)
  • Gute PC-Ausstattung
  • Bibliothek hat gleichzeitig den Auftrag, lokale Geschichte/Geschichten zu sammeln => Bibliothekarin ist auch Historikerin
  • Ausstellung von regionalen Handarbeiten

 

Verabschiedet werden wir von einem Teil des örtlichen Chors mit dem Lied „Griechischer Wein“ auf Lettisch. Wir sind sehr beeindruckt von der Vielzahl kultureller Ereignisse in der kleinen Bibliothek und der Verbundenheit der Menschen vor Ort mit ihrer Kultur.

 

  1. Rujiena Library
  • Empfang durch den Bürgermeister, Präsentation über den Ort (ca. 3.300 Einwohner, Einzugsgebiet: 6000 Ew).
  • Grenzgebiet zu Estland
  • Vorhanden sind: Musikschule, Kunstschule, VHS, Bibliothek, Orchester
  • In der Bibliothek arbeiten vier Bibliothekarinnen. Interessante Ausgestaltung durch Designstudent (v.a. in Jugendabteilung)
  • Gute PC-Ausstattung
  • Lokale Kunstausstellungen in den Bibliotheksräumen

 

  1. Mazsalaca Library
  • oben: kleines Städtchen mit erstaunlicher Infrastruktur (Kindergarten, Bibliothek, Krankenhaus …)
  • Bibliothek: Hauptamtlich geführt, zunächst fällt die helle und kräftige Farbigkeit der Räume auf. Mehrere fachlich ausgebildete Mitarbeiterinnen
  • Wir bekommen Birkensaft (im Frühling direkt von Birken gezapft)
  • Sehr guter Bestand, Zusammenarbeit mit Schulen

 

Männer ergreifen den Beruf des Bibliothekars äußerst selten.

Auf dem Land gibt es fachliche Nachwuchsprobleme, die jungen Menschen möchten lieber in der Stadt wohnen.

 

Zusammenfassung:

  • Die kulturelle Infrastruktur (bibliothekarischer Bereich: Ausstattung und hauptamtliche Führung) auf dem Land und in Kleinstädten ist beeindruckend
  • Dennoch kämpfen die Regionen mit Bevölkerungsschwund
  • Bibliotheken haben auch die Aufgabe, lokale Geschichte zu sammeln und aufzubereiten (auch Valmiera)
  • Schulbibliotheken sind auch sehr gut ausgestattet (Medien und Personal)
  • Die Bibliothekarinnen leisten herausragende Arbeit mit Programmen, die auch bei uns als zeitgemäß durchgeführt und wahrgenommen werden.

 

 

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(Autorinnen: Anja Flicker, Anne Reimann)

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