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Transforming Libraries with Open Digital Technologies – IT Satellite Meeting in Stellenbosch, Tag 2

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Am zweiten Tag des Satellite Meeting über die Verwendung von Open Digital Technologies in Bibliotheken, beleuchteten mehrere Redner den Einsatz von OSS unter verschiedenen Aspekten.

Thema der ersten Session war, warum es überhaupt sinnvoll ist, Open Source Software (OSS) bei der Systemauswahl zu berücksichtigen, aber auch welche Irrglauben oft damit verbunden sind. Für viele ist der treibende Faktor, die Möglichkeit, mehrere verschiedene Systeme ausprobieren zu können, ohne explizit eine Lizenz dafür aushandeln zu müssen, und auch, dass es einfacher sein kann, Erweiterungen und Anpassungen vorzunehmen. Fast alle Redner betonten aber, dass nur weil die Software umsonst ist, heißt das nicht, dass keine Kosten damit verbunden sind: Zwar fallen keine Lizenzgebühren an, aber die Kosten für Hosting, Ausbildung, Anpassung und Support können u. U. genau so hoch sein, wie für ein kommerzielles System, so es ist wichtig, den Total Cost of Ownership zu berechnen.

Die zweite Session beleuchtete das Nutzenversprechen (value proposition) von Open Digital Technologies. Eins der mehrfach  beleuchteten Aspekte war, dass OSS es ermöglicht, distribuierte Systeme wie Repositories aufzubauen, die untereinander verbunden sind, was z. B. die Ausfallsicherheit erhöht während die Sammlungen dennoch unterschiedliche Profile haben können (insgesamt wurde mehrfach betont, dass OSS generell Standards für den Datenaustausch besser umsetzen als die meisten kommerziellen Systeme). Gerade die Verwendung von OSS für das Verbreiten von Open Access (OA) content bietet eine attraktive Möglichkeit, Zugang zu Information in die Tat umzusetzen, wie z. B. SUNJournals – ein System für Hosting von Open Access Journals an der Uni Stellenbosch – zeigt. Dass der offene Zugang zu Information (ob realisiert durch OSS oder nicht) durchaus einen großen Einfluss haben kann, zeigte eine Doktorandin aus Indien, deren Dissertation untersucht, ob OA-Publikationen signifikant häufiger in sozialen Netzwerken referenziert werden: Die ersten Resultate deuten an, dass dies der Fall ist.

In der dritten und letzten Session wurden Erfahrungsberichte aus der Implementierung von OSS in Bibliotheken. Lessons Learned betonten die Bedeutung einer gemeinsamen Vision, eine etablierte Kommunikations- und Entscheidungskette und (auch für OSS) eine stabile und langfristige Finanzierung. Zwei weitere Fallbeispiele aus Uganda zeigten, wie wichtig aber auch schwierig es ist, eine stabile technische Bibliotheksinfrastruktur aufzubauen, wenn die Infrastruktur für Telekommunikation entweder kaum vorhanden oder sehr langsam ist. Die mangelnde Infrastruktur führt dazu, dass es nicht möglich ist, ein zentrales Hosting aufzubauen, sonder jede Bibliothek ist für die eigene Infrastruktur verantwortlich und somit auch dafür sorgen muss, dass entsprechende Kompetenzen vorhanden sind, was auch zu der Schaffung von lokalen Nutzergruppen, v. a. für Koha, was das am meisten verbreitete System in Uganda ist.

In der abschließenden Diskussion wurde nochmals auf die (versteckten) Kosten von OSS hingewiesen, aber dann auch auf die Möglichkeiten, die die offene Lizenzierung anbietet und v. a. auf das Potenzial, dass die Unterstützung einer breiten Nutzercommunity bietet.

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