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Mit der App „African German Phrase Book“ die Vielfältigkeit von Sprachen entdecken

Ein Kommentar

Aufkleber African German Phrase Book

Die App wird u.a. mit diesen Aufklebern bekanntgemacht.

„Going Kompyuta?“ – zu dieser Frage startete vor ein paar Jahren eine Workshop-Reihe des Goethe-Instituts in Kamerun. Die Idee dahinter war, kamerunische Sprachen durch den Einsatz von IT-Tools besser zu fördern und zu vermitteln. Die Sprach-App „African German Phrase Book“ ist genau ein solches Tool. Uwe Jung, der Leiter der Bibliothek des Goethe-Instituts in Kamerun, war maßgeblich an der Entwicklung der Android-App beteiligt. Im Rahmen des WLIC 2015 stellt er uns diese genauer vor.


Wie funktioniert die App?
Jung: Diese App ist eine Art Sprachführer und übersetzt zum einen die wichtigsten 150 deutschen Begriffe und Redewendungen in afrikanische Sprachen. Neben der Übersetzung ins Deutsche ist es auch möglich, jeweils zwei afrikanische Sprachen direkt miteinander zu vergleichen. Zu jeder Redewendung gibt es für jede Sprache eine Audio-Ausgabe. Mittlerweile stehen schon 51 Sprachen zur Auswahl. Der Großteil davon sind kamerunische Sprachen, aber die Zahl der zum Download verfügbaren anderen afrikanischen Sprachen wächst stetig. So wurden zum Beispiel Swahili (in weiten Teilen Ostafrikas verbreitet), Haussa (Sahelzone), Yoruba (Nigeria) oder Lingala (Kongobecken) hinzugefügt.

Wen möchten Sie mit dieser Sprach-App erreichen?
Jung: Neben Französisch und Englisch steht in Kamerun häufig Deutsch im Lehrplan – es gibt daher mit rund 200.000 deutsch-lernenden SchülerInnen eine große potentielle Nutzergruppe. Natürlich ist die App auch eine gute Grundlage, um sich als Tourist verständigen zu können. Zudem können Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten der ausgewählten Sprachen relativ einfach festgestellt werden. Das ermöglicht eine andere sprachwissenschaftliche Herangehensweise als die frühere koloniale Sprachforschung, die sich eher darauf konzentrierte, Unterschiede festzuhalten.

Wie wird das Angebot angenommen?
Jung: Wir stellen das „African German Phrase Book“ auf unserer Homepage und über den Google Play Store zum Download bereit. Wir sind mit der Nutzung und dem Feedback zufrieden. Daher diskutieren wir gerade die Machbarkeit einer Web-Version, die auch ohne Smartphone oder Tablet genutzt werden kann.

Aus welchem Grund nehmen Sie am IFLA-Weltkongress teil?
Jung: Ich nutze hier vor allem die vielen Gelegenheiten mich mit afrikanischen und deutschen KollegInnen auszutauschen. Mit Blick auf die Beteiligung kamerunischer BibliothekarInnen bin ich sehr erfreut, dass dieses Jahr zehn TeilnehmerInnnen dabei sind. Im Jahr 2007 in Durban waren es lediglich zwei.


Uwe Jung, Goethe-Institut Kamerun

Uwe Jung

Uwe Jung (jung@goethe.de) arbeitet seit 2005 am Goethe-Institut Kamerun als Leiter des Bereichs Information und Bibliothek. Er kann auf ein abgeschlossenes Magister-Studium der Afrikawissenschaften sowie einen erfolgreich absolvierten berufsbegleitenden Master-Studiengang BIW, beide an der Humboldt-Universität zu Berlin, verweisen.

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Ein Kommentar zu “Mit der App „African German Phrase Book“ die Vielfältigkeit von Sprachen entdecken

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