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Häkeln für den Frieden in Südafrika

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Das Spannende an einem WLIC ist, dass sich einem die Möglichkeit bietet, über den Tellerrand des fachlich-bibliothekarischen zu blicken und Eindrücke des Gastlandes zu sammeln. Dies kann beim Herumschlendern durch die Straßen geschehen, beim Gedankenaustausch mit Einheimischen, aber auch, wer hätte das gedacht, in der Ausstellungshalle des Kongresses. In dieser kam ich gestern mit Carolyn Steyn ins Gespräch, die, wie sich herausstellte, die Gründerin von 67 Blankets for Nelson Mandela Day ist.

Ihr Stand sticht visuell heraus: Überall hängen bunte gehäkelte Decken. Eine Decke (siehe Foto) zeigt sogar das Konterfei von Mandela. Wie Carolyn Steyn (aus gut informierten Kreisen habe ich erfahren, dass sie mit Douw Steyn, dem Donald Trump Südafrikas, verheiratet ist) mir erklärte, sind die Decken das Produkt eines großen nationalen Projekts im Sinne Nelson Mandelas Lebensprojekt ein friedliches, vereintes Südafrika zu schaffen. Anfänglich sollten nur 67 Decken gehäkelt werden—jede für ein Lebensjahr, das Mandela für den Kampf für Freiheit geopfert hat. Daraus wuchs bald eine große Kampagne, die 2014 bei den ANN7 South African of the Year Awards sogar als Kampagne des Jahres ausgezeichnet wurde. Laut Steyn wächst die Kampagne stetig. Im April 2014 wurden im Stil von Christo 3377 m² vor den Union Buildings, dem Sitz der südafrikanischen Regierung in Pretoria, mit Decken eingehüllt. Sie wurden alle zusammengenäht und stehen jetzt als größte Decke im Guinness Book of Records. Häkeln, so Steyn, kann als Symbol der langsam wieder heilenden Nation gesehen werden: „Stich by stich we can heal our nation’s wounds.“ Auch wenn dies etwas pathetisch-emotional anmuten mag, scheint 67 Blankets ein Erfolgsprojekt über stereotype Häkelgrenzen zu sein. So häkeln Schulkinder, Väter, Großmütter aber auch Gefängnisinsassen (einfach mal „prisoners 67 blankets“ googeln). Letztere werden sogar im April 2016 versuchen, mit einer großen Decke vor dem Drakenstein Correctional Centre den selbst aufgestellten Guinness Book of Records zu brechen. Die ganzen Decken kommen natürlich auch einem guten Zweck zu Gute und werden in Townships und an bedürftige Menschen verteilt. Ein spannendes Projekt, das man weiter verfolgen sollte…

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