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Building Bridges – Bibliotheken und Forschungsdaten

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Die Bibliotheksbranche hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Open Access beschäftigt, dabei wurden an vielen Einrichtungen gut funktionierende und weltweit vernetzte Publikationsserver in Betrieb genommen. Forschungsdaten, die ja eine Grundlage für das wissenschaftliche Publizieren bilden, und die damit verbundene Frage, wie diese riesigen Datenmengen gemanagt werden sollen, sind bislang beim Großteil der bibliothekarischen Community (noch) nicht als hochaktuelles Thema auf der Tagesordnung gelandet. Dass es aber natürlich Bibliothekarinnen und Bibliothekare gibt, die Lösungen entwickeln und zum Teil bereits umgesetzt haben, war bei der Session „Building Bridges between Libraries and Research Data“ festzustellen.

Kathleen Shearer, die Geschäftsführerin von COAR (Confederation of Open Access Repositories), moderierte die Session und stellte in ihren einführenden Worten dar, dass Forschungsdaten weltweit diskutiert werden. Es gibt zum Beispiel Organisationen wie die Research Data Alliance, die technische und gesellschaftliche Strukturen schaffen, damit Forschungsdaten öffentlich zugänglich sind. Die bisherige Beteiligung der Bibliotheken hält sie aber für zu gering und fordert daher „Bring in the libraries in this discussion!“

Eine Art „Werkzeugkasten“ für Forschungsdatenmanagement stellte die ehemalige IFLA-Präsidentin Kay Raseroka vor. Die insgesamt 23 aufgelisteten Hilfsmittel sind alle frei verfügbar – es wäre also möglich, jetzt sofort mit den ersten Arbeiten zu beginnen. (Wer das gerne tun möchte, findet hier die Präsentationsfolien.)

Daisy Selematsela (National Research Foundation of South Africa) warf einen Blick zurück auf die vergangenen 15 Jahre und machte deutlich: „It’s not a new thing.“ Innerhalb von CODATA (Committee on Data for Science and Technology) war der Umgang mit Daten ein wichtiges Thema und bereits im Jahr 2001 wurde dazu im Senegal ein Workshop organisiert, dem in den nächsten Jahren weitere Aktivitäten folgen sollten.

Der nächste Referent, Wolfram Horstmann von der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und aktiv bei LIBER, ging der Frage nach, welche Themen eine entscheidende Rolle im gerade stattfindenden Veränderungsprozess spielen. Bei Open Access sei man schon sehr weit, aber die Fragen, in welchen Räumen (physisch und virtuell) sich Bibliotheken bewegen, inwiefern gesetzliche Veränderungen notwendig sind und wie die Aufgaben der Führungskräfte neu gedacht werden sollen, sind nicht abschließend beantwortet. Forschungsdaten können nur effizient gehandhabt werden, wenn wir verstehen, wie „Research Life“ funktioniert und wir diese Daten an den frühestmöglichen Zeitpunkten erfassen. Die enge Verbindung zwischen wissenschaftlichen Publikationen und den dazugehörigen Forschungsdaten ist besonders wichtig. Deutsche Bibliotheken, die hier eine Vorreiter-Rolle eingenommen haben, sind die SUB Göttingen und die UB Bielefeld.

Eine Reihe weiterer Ideen und Lösungen wurde im Verlauf der Session noch diskutiert. Forschungsdatenmanagement bedeutet zwar ein relativ neues Betätigungsfeld von Bibliotheken, aber im Grunde zählen hier die klassischen Bibliothekskenntnisse: Wissen verteilen und bewahren.

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