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Rückblick auf das IFLA Satellite Meeting der Rare Books and Special Collections Section

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Am Freitag, den 14. August, besuchte ich das sogenannte Satellite Meeting „Managing and Promoting Special Collections in Africa: The Bleek-Lloyd Collection and Beyond“ der Sektion „Rare Books and Special Collections“ an der Universität von Kapstadt (UCT). Diese Tagung war für mich als Referentin für Seltene und Alte Drucke an der SUB Hamburg der perfekte Einstieg in die IFLA-Konferenz, die dann am nächsten Tag losgehen sollte. Hier waren Experten zu verschiedenen Sondersammlungen versammelt, eine sehr gute Gelegenheit sich über die vielfältigen Arbeitsfelder in dem Bereich auszutauschen. Die Beiträge waren exzellent, inspirierend, mit für mich völlig neuen Einblicken, vor allem in Bezug auf das Kulturerbe des afrikanischen Kontinents.

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links: Campus der UCT mit Blick auf die Oppenheimer Library; rechts: Centre for African Studies Gallery, Oppenheimer Building

Schon der Beitrag des UNESCO-Vertreters wie auch Sektionsmitglieds Jan Bos (KB Nationalbibliothek Niederlande, Den Haag) war ein sehr guter Auftakt. Bos gab einen Überblick über die in das Memory oft he World Register aufgenommenen afrikanischen Sammlungen, derzeit 23, die als „documentary heritage“ gelten. Dazu gehört eben auch die Bleek-Lloyd-Collection, die hier im Fokus stand und die mir während der Konferenz, in Gesprächen und bei Bibliotheksbesichtigungen immer wieder begegnete. Als Kulturerbe von dokumentarischem Wert gelten neben Texten auch audio-visuelle und andere Quellen wie z.B. Fotografien oder Zeichnungen etc., wie es die südafrikanische Bibliotheks- und Informationsspezialistin Kim Baker in ihrem Buch „Information Literacy and Cultural Heritage. Developing a model for lifelong learning” (Oxford 2013, S. 7) definiert. Leider habe ich erst auf dieser Tagung von dieser Publikation erfahren, ist es doch genau eines der Themen, die mich besonders interessieren. Allein deshalb war die Teilnahme an dieser Präkonferenz schon wertvoll, denn Baker teilt ihre Erfahrungen auch im eigenen Blog und ist auf vielen Social-Media-Kanälen aktiv und zu erreichen.

Was bei der Aufzählung der afrikanischen Sammlungen, die in das „World Register“ aufgenommen wurden, auffiel, und was Bos auch so benannte, war, dass viele der Sammlungen keine originalen Zeugnisse der afrikanischen Urvölker beinhalten, sondern Zeugnisse über sie. So gibt es z.B. keine schriftliche Überlieferung der Klick-Sprachen, ich sprach es in meinem Beitrag dazu an. Umso wichtiger ist es, Sammlungen wie die Bleek-Lloyd-Collection zu schützen, zu erhalten und zugänglich zu machen, wie es hier in Kapstadt beispielhaft seit Jahren betrieben wird.

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Genauso verhält es sich mit den Fotoarchiven. Gustav Hendrich (Western Cape Archives and Records Service Cape Town) sprach in seinem Beitrag über die in Kapstadt aufbewahrte Arthur Elliott Collection eine der Hürden an: die Erschließung von Fotomaterial ist in vielen Sammlungen nur zweit-, wenn nicht sogar drittrangig. Dies ist nicht nur ein Problem der südafrikanischen Archive und Bibliotheken. Wobei ich hier gestehen muss, dass dieses Problem, das sich oft aus der Fülle an Material gegenüber knapper Ressourcen ergibt, mit Blick auf das Fotoarchiv Kamerun (vgl. dazu meinen Beitrag) fast schon als Luxusproblem zu bezeichnen ist.

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links: Kollegen aus dem Western Cape Archive Cape Town und aus The National Archives and Records Administration (NARA), USA; rechts: Liste der Archivalien der Bleek Lloyd Collection

In der abschließenden Diskussion ging es um Fragen der Erschließung, gerade von graphischem, insbesondere Fotomaterial, um Digitalisierung und Verbreitung und Bewerbung der Sammlungen in globalen Portalen. Anschließend zeigte uns Tanya Barben ausgewählte Stücke aus den Special Collections der Oppenheimer Library, von der Inkunabel über barocke Drucke bis hin zu Erstausgaben von „Alice im Wunderland“.

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Autor: ATheise

Librarian, Rare Books, Art Books, Special Collections, Latin Poetry 16th/17th century, Emblems, Printer Devices, Hamburgensia, Bookbinding

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