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Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use – Satellite Meeting der IFLA Library Buildings and Equipment Section in Chicago 10.-11.08.2016, Chicago. Tag 1

Ein Kommentar

Bibliotheken verstehen sich heute als zentrale Orte ihrer jeweiligen Gemeinschaften. Sie bieten Raum zum Lernen, zum Austausch, für kreative Prozesse und zur individuellen Entfaltung. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen darauf, wie Bibliotheksräume geplant und gestaltet werden. Dieser Paradigmenwechsel im Bibliotheksbau verlangt nach neuen, kollaborativen Ansätzen und nach innovativen Methoden der Planung. Die Satellite-Conference der IFLA Library Buildings and Equipment Section (LBE) setzt sich mit der Frage auseinander, wie neue Formen der Zusammenarbeit und Partizipation gestaltet und implementiert werden können, welche Auswirkungen sie auf die Arbeitskultur in Bibliotheken haben und welche Instrumente wir für diese Wege der Planung brauchen.

Flyer IFLA Library Buildings and Equipment Sectiotion Satellite Meeting
Der erste Tag der Konferenz widmete sich der Organisation und den Methoden der Zusammenarbeit mit Nutzern in der Planung neuer Bibliotheksräume.

Die Kanzlerin des Illinois Institute of Technolgy Frances Bronot hob in ihrem Grußwort die besondere Bedeutung offener Räume für das Lernen und Leben auf dem Campus hervor. Die idealen Lernräume sind für Sie diejenigen, die erst im Moment ihrer Nutzung eine Bedeutung erlangen und nicht eine bestimmte Nutzung vorgeben. Ihr architektonisch-künstlerischer Hintergrund passt besonders zum IIT, einer Technischen Universität, an der alle Studierenden Kurse in Design belegen müssen und die auf ihre Tradition als Architekturschule besonders stolz ist. Bibliotheken sind für Sie das Herz des Campus und der einzige Ort, der von niemandem exklusiv beansprucht werden kann.

Gulcin Cribb und Tamera Hanken von der Singapore Management University stellten Strategien der Beteiligung von Studierenden in der Planung eines Bibliotheksumbaus vor. Auf der Grundlage von Daten aus regelmäßigen Benchmarks ermittelt die Bibliothek der Universität Bedürfnisse und Probleme der Studierenden in Bezug auf die Bibliothek, die dann in vertiefenden Workshops und Interviews genauer ausgeleuchtet worden. Resultate waren neu ausgestattete und gestaltete Lernräume in der Bibliothek, aber auch einfache Maßnahmen wie die „seat hogging awareness campaign“ gegen die Blockierung von Arbeitsplätzen. Ein Thema, das bei allen Zuhörern großen Anklang fand.

Dass Architekturbüros kollaborative und partizipativen Formen der Planung heute teilweise schon verinnerlicht haben, zeigte ein Vortrag des kanadischen Büros Goup2, die gemeinsam mit den Bibliotheken offene und partizipativen Planungsprozesse durchführen. In wiederholten Feedback-Workshops werden die Bedürfnisse und Prioritäten der Nutzer ermittelt und festgehalten. Hilfreich ist dabei ein System von Haftnotizen, mit denen Bereiche im Plan als gut (grün), noch nicht gut (rot) und wünschenswert oder „blue sky idea“ (hellblau) gekennzeichnet werden.

Keep  calm and collaborate
Der Nachmittag des ersten Tages widmete sich insbesondere der strategischen Einbindung einzelner Instrumente partizipativer Planung. Jeanette Blackburn aus dem Büro Shepley Bulfinch präsentierte verschiedene Masterpläne für Bibliotheken unterschiedlicher Größe. Flexibilität, Beachtung individueller Bedürfnisse und Arbeitskulturen und Einbeziehugn aller Beteiligten werden dabei als genauso wichtig angesehen, wie die Entwicklung von Kennzahlen zum Verhältnis unterschiedlicher Flächen innerhalb der jeweiligen Institution. Der letzte Vortrag des Tages wurde vom Autor des Blogbeitrags selber gehalten und befasste sich mit der Verbindung von Opportunistic Incrementalism und Nutzergsteuertem Design bei den Modernisierungsprojekten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

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Ein Kommentar zu “Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use – Satellite Meeting der IFLA Library Buildings and Equipment Section in Chicago 10.-11.08.2016, Chicago. Tag 1

  1. Danke für die interessante Zusammenfassung, ich bin gespannt darauf, über Tag 2 zu lesen.

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