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„Metadatenstandards sind wie Zahnbürsten“

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Unter dem Titel „Worth a Thousand Words: A Global Perspective on Image Description, Discovery, and Access“ fand heute eine Session statt, in der sich alles um die Beschreibung, Erschließung, Katalogisierung und den Zugang zu Bildmaterialien drehte. Veranstaltungsort war passenderweise The Billy Ireland Cartoon Library and Museum, die weltweit größte Sammlung und Forschungsinstitution für Cartoons und Comics, angesiedelt an der Ohio State University.

Das Programm war vielfältig und umspannte ein interessantes Themenfeld. Ein Punkt, der in allen Vorträgen immer wieder auftauchte, waren die Metadaten, wozu auch dieser wunderbare Ausspruch fiel, der das Thema vielleicht treffend beschreibt: „Metadatenstandards sind wie Zahnbürsten: Alle sind sich einig, dass man eine braucht, aber keiner möchte die eines anderen teilen.“

Auf alle Vorträge einzugehen würde den Umfang dieses Blogs sprengen, weshalb an dieser Stelle nur ein Vortrag kurz vorgestellt wird.

Trish Rose-Sandler berichtete von den Projekten der Biodiversity Heritage Library (BHL), die verschiedene Crowdsourcing- und Citizen-Science-Projekte zur besseren Erschließung der Abbildungen in den wissenschaftlichen Zeitschriften der digitalen Bibliothek vorstellte. Bei der BHL handelt es sich um ein weltweites Konsortium von wissenschaftlichen und Spezialbibliotheken, die ihre Literatur zur Biodiversität gemeinsam im Internet präsentieren.

Die BHL nutzt zwei Herangehensweisen, um ihre Inhalte zu erschließen:

  • Über einen Flicker-Stream können Freiwillige Abbildungen mit Tags versehen. Seit 2011 konnten so ca. 27.000 Abbildungen getaggt werden. Nachteile sind jedoch, dass bei den Tags nicht zwischen inhaltlicher und formaler Beschreibung unterschieden wird und das der Up- und Download viel Arbeitszeit in Anspruch nimmt.
  • In einem anderen Projekt namens Science Gossip werden in Zusammenarbeit mit der Citizen-Science-Plattform Zooniverse und einem britischen Forschungsprojekt (Constructing Scientific Communities) Abbildungen in wissenschaftlichen Zeitschriften des 19. Jahrhunderts von Freiwilligen gekennzeichnet und mit Metadaten versehen, zum Beispiel zur abgebildeten Spezies, zum Illustrator, Drucker etc. Seit 2015 konnten so über 8.700 Freiwillige mehr als 145.000 Bilder mit Metadaten versehen.
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Homepage von Science Gossip, einem Citizen-Science-Projekt der Biodiversity Heritage Library

Beide Projekte werden von der BHL als sehr erfolgreich angesehen – nicht nur wegen der hohen Anzahl an generierten Daten, sondern auch weil beide Projekte der BHL zu einem viel größeren Bekanntheitsgrad verholfen haben. Bei Science Gossip kommt außerdem hinzu, dass in einem Forum die Freiwilligen mit den BibliothekarInnen und WissenschaftlerInnen in einen intensiven Dialog getreten sind und so mehr über die Wünsche und Bedürfnisse der NutzerInnen herausgefunden wurde.

Zurzeit laufen bei der BHL Planungen, um die so generierten Daten in den Katalog einzubinden und durchsuchbar zu machen.

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