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Amerikanische Bibliothekarin übersetzt Erich Kästner für Einwandererkinder

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Bibliotheken und Immigranten in historischer Perspektive

Die große Zahl an Flüchtlingen, die dieser Tage nach Europa strömt, stellt auch die Bibliotheken vor neue Herausforderungen, die nun neuen Zielgruppen mit eigener Kultur und eigener Sprache gerecht werden müssen. Doch das Phänomen ist nicht neu, immer wieder gab es in der jüngeren Geschichte Massenmigrationen, mit denen auch die Bibliotheken zurechtkommen mussten. Die Library History Special Interest Group ging dem Phänomen „Bibliotheken und Immigranten“ in historischer Perspektive nach.

Sharon McQueen, Biografin und Kulturhistorikerin, zeichnete ein Porträt von May Massee (1881-1966), die von ihrer Arbeit im „children‘s room“ der öffentlichen Bibliothek von Buffalo und den Erfahrungen, die sie dort mit Einwandererkinder gemacht hatte, so stark geprägt wurde, dass sie schließlich selbst Kinderbücher für Viking Press herausgab und dabei auch auf traditionelle Erzählungen zurückgriff, die Einwanderer aus ihren Heimatländern mitbrachten. Erich Kästners „Emil und die Detektive“ übersetzte sie selbst ins Englische.

Irene Münster, The University of Shady Grove, sprach über Bibliotheken jüdischer Einwanderer in Argentinien vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die jüdischen Einwanderer brachten häufig umfangreiche Privatbibliotheken mit, die sie für ihre Mitbürger öffneten. Andere Bibliotheken wurden als öffentliche Bibliotheken neu gegründet. Diese Bibliotheken dienten einerseits der Bewahrung der eigenen kulturellen Identität und Sprache, halfen andererseits aber auch dabei, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, indem z.B. stark nachgefragte landwirtschaftliche Literatur bereitgestellt wurde. Irene Münsters Vortrag lässt sich hier nachlesen.

Ray Pun von der California State University stellte Ameen Rihani (1876-1940) vor, US-Einwanderer libanesischer Eltern, der sich in der New York Public Library innerhalb kürzester Zeit selbst mit der englischen Sprache, Literatur und Kultur vertraut machte und ein äußerst produktiver Autor, sowohl in englischer als auch arabischer Sprache, wurde. Auch dieser Vortrag ist online verfügbar.

Die vierte Rednerin, Suzanne Stauffer von der Louisiana State University, konnte nicht anwesend sein, ihr Vortragsmanuskript über Vietnamesische Flüchtlinge in Baton Rouge 1975-1985 wurde verlesen.

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