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Soziale Medien in der Bibliotheksarbeit jenseits von Facebook und Twitter

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Die Sektion Knowledge Management bot in ihrer Session einen interessanten Einblick in die Nutzung sozialer Medien in der Bibliotheksarbeit.

In der Session Using social media at work: How to share knowledge, improve collaboration and create a mutual savoir-faire? (Soziale Medien bei der Arbeit nutzen: Wie können wir Wissen teilen, Zusammenarbeit verbessern und ein gemeinsames Know-How entwickeln?) wurden Beiträge zum Einsatz von sozialen Medien in der Bibliotheksarbeit für zwei Zielgruppen eingereicht: auf der einen Seite BibliothekarInnen, auf der anderen BibliotheksbenutzerInnen.

In den Niederlanden ist die Plattform Biebtobieb für Öffentliche Bibliotheken in den Niederlanden entwickelt worden. BibliothekarInnen können hierüber Innovationen und Wissen teilen, indem sie Funktionen nutzen können, die denen von Facebook, LinkedIn und Yammer ähneln.
Sobald man sich ein Profil angelegt hat, ist es möglich, anderen NutzerInnen (also KollegInnen) zu folgen, mit anderen zu diskutieren, Veranstaltungen zu bewerben und Gruppen zu Themen wie E-Books bzw. den Regionen in Holland beizutreten.
Inhaltlich getragen wird die Plattform von der Gemeinschaft, die sich mittlerweile um sie herum entwickelt hat (4.350 NutzerInnen, Stand: Juni 2016). Technisch ist Biebtobieb in die digitale Infrastruktur der Königlichen Bibliothek in Den Haag integriert und wird dort betreut.
Biebtobieb bietet niederländischen BibliothekarInnen an Öffentlichen Bibliotheken die Mögllichkeit, sich zentral miteinander zu vernetzen und ihr Wissen zu teilen.

Ein anderer Ansatz der Nutzung von Social Media findet an der Bibliothek der Shangai-Universität statt. Seit Jahren verfolgen die chinesischen KollegInnen einen Wandel der Gewohnheit ihrer Studierenden, den eigenen Informationsbedarf zu decken: die Ausleihzahlen sinken stetig und die Downloads von Volltexten schießen förmlich durch die Decke. Immer mehr Menschen gehen in die Bibliothek und immer mehr Menschen bewegen sich auf Plattformen sozialer Netzwerke, was ein genereller Trend in China sei. So versucht die Bibliothek, den Studierenden hier entgegenzukommen und sie mit ihren Dienstleistungen dort abzuholen, wo sie sich aufhalten: auf WeChat, das einst als chinesisches Pendant zu WhatsApp galt, aber mittlerweile zu einer mächtigen App mit vielen Funktionen entwickelt worden ist. WeChat hat die unglaubliche Zahl von über 650 Millionen aktiven NutzerInnen. Die Bibliothek nutzt dieses Potential, indem sie über ihr eigenes Profil ein umfangreiches Auskunfts- und Serviceportal bietet: mit Recherchefunktionen, Neuerwerbungen, in der Bibliothek verfügbaren Arbeitsplätzen, Ankündigungen für Veranstaltungen und Ausstellungen, dem Bibliothekskonto mit der Möglichkeit, anfallende Gebühren direkt über die App zu bezahlen.

Chinas Bevölkerung profitiert auf den ersten Blick von der Mächtigkeit einer einzigen App. Den zweiten Blick wage ich an dieser Stelle nicht.

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