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And the winner is… Kurzfilmpreis der Großstadtbibliotheken

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Am Abend des 21. August 2017 präsentierte die IFLA Sektion Großstadtbibliotheken im Rahmen des World Library and Information Congress WLIC2017 in Breslau preisgekrönte Kurzfilme über Bibliotheken. In der WLIC-Programm-App war der „IFLA Metropolitan Libraries Short Film Award 2017“ als ein außerhalb des Kongresszentrums in einer Stadtbibliothek in Breslau stattfindende Veranstaltung („off-site event“) angekündigt worden. Ein schöner Anlass, die Stadt zu erkunden und eine öffentliche Bibliothek zu besuchen, dachten wir uns und machten uns mit der Trambahn auf die Reise. Die Fahrt führte über eine Brücke über die Oder. Die Brücke trug, als sie 1910 unter Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eröffnet wurde, den Namen Kaiserbrücke und heißt nun Grunwaldbrücke – Grunwaldzki Most. Hinter der Brücke, auf dem Weg mitten durch das akademische Viertel über die ehemalige „Kaiserstraße“ zum Grunwaldzki Platz sind keine historischen Altbauten, sondern nur Nachkriegsbauten zu sehen. In den letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkriegs 1945 war in der „Festung Breslau“ von Sprengkommandos entlang der Kaiserstraße eine 300 Meter breite Schneise der Verwüstung geschlagen worden. Alle Gebäude wurden abgerissen, um eine provisorische Landebahn für Flugzeuge anzulegen.

Unweit des Grunwaldzki Platzes, der nun ein großer Verkehrsknotenpunkt ist, liegt in der Reja Straße 1 die Filiale Nr. 29 der Stadtbibliothek Breslau (Miejska Biblioteka Publiczna we Wrocławiu).

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Dort fand die Filmvorführung mit der Verleihung des Preises der Großstadtbibliotheken („Met Lib Prize“) statt. Die polnischen Kolleg/inn/en luden zu Häppchen und Getränken ein und Corrado di Tillio führte als Vorsitzender des Standing Committee der IFLA Metropolitan Libraries Section durch den Abend.

Den Auftakt  machte der argentinische Dokumentarfilm Open Lab (Laboratorio Abierto. Red de Bibliotecas Públicas. Ciudad de Buenos Aires) von Gabriel Alejandro Barksky. Der Film über das Netz der öffentlichen Bibliotheken in Buenos Aires lässt viele Stimmen zu Wort kommen: die der Menschen, die die Bibliotheken besuchen und der Menschen, die in Bibliotheken in Buenos Aires und  anderen Orten der hispanischen Welt arbeiten. Im Zentrum steht die Reflexion darüber, welche Rolle die Bibliothek für die Gesellschaft spielt. Der Film wurde auf dem Wettbewerb der Kurzfilme in Bibliotheken  „A corto di libro“ 2017 in der Sektion Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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Bei dem Wettbewerb A Corto di Libri waren 31 Kurzfilme über Bibliotheken aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien eingereicht worden. Eine Jury von 37 Bibliothekar/innen kürte am 4. Mai 2017 die Preisträger während der IFLA MetLib Conference in Montréal, Kanada. An der Auswahl der Preisträger waren als Mitglieder der Jury auch die Vorsitzenden der IFLA Section Public Libraries (Marian Morgan Bindon) und der IFLA Section Audiovisual and Multimedia (Michael J. Miller) beteiligt.

Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises der Großstadbibliotheken „Met Lib Prize“ an die Leiterin der Stadtteilbibliothek Rom „Biblioteca Casa dei Bimbi“ für den Kurzfilm Profumo di latte, di musica e parole. In dem sehr persönlichen Interview-Film stellt eine junge schwangere Frau das taktile Buch vor, das sie für ihr werdendes Kind gestaltet hat. Während sie das Buch aufblättert, erzählt sie, was die von ihr ausgewählten Motive für sie bedeuten und welche Wünsche sie damit für ihr Kind vebindet. Fast nebenbei wird dabei auch deutlich, wie ermutigend die Bibliothek als ein Ort des Lernens, der Beratung und des kreativen Schaffens in einer besonderen Lebenssituation erfahren werden kann.

Der kurzweilige Abend in der Stadtbibliothek Breslau führte filmisch in Großstadtbibliotheken vieler weiterer Städte, von Bremen bis Zagreb und von Prag bis Philadelphia. Das komplette Programm der 9. Edition des Kurzfilmpreises der Großstadtbibliotheken ist  unter dem Stichwort „A corto di libro 2017“ auf Youtube abrufbar.

Nach der Vorführung der Kurzfilme stand  Giovanna Scatena  von der Biblioteca Casa dei Bimbi aus Rom für Fragen zur Verfügung und berichtete von der Entstehung des preisgekrönten Films und von ihrer Bibliotheksarbeit in Rom. Bei dem angeregten Publikumsgespräch wurde die Frage laut, ob die Kurzfilme zukünftig nicht auch auf dem Kongress selbst aufgeführt werden könnten. Die Anwesenden waren so ziemlich einhellig der Ansicht, dass eine Vorführung der preisgekrönten Kurzfilme über Bibliotheken in einem großen Saal wie der Jahrhunderthalle für viele Konferenzteilnehmer/innen von Interesse sein könnte. Es gab auch den Vorschlag, zukünftig in den Pausen zwischen einzelnen Sitzungen des Kongresses Kurzfilme auf der Leinwand zu zeigen.

Der Wettbewerb der Kurzfilme „A corto di libri“ wurde erstmals 2009 veranstaltet und wird gefördert von der Italian Library Association (AIB) und der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA). Kurzfilme können in drei Sektionen eingereicht werden: Spielfilm, Dokumentarfilm und Werbefilm (fiction, documentary, advertising). Der Wettbewerb steht allen offen, und das Auswahlkomitee freut sich sicher auf Einreichungen für den Wettbewerb 2018.  Man darf daher gespannt sein, welche Filme aus Bibliotheken auf dem WLIC2018 in Kuala Lumpur zu sehen sein werden.

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Autor: ABohn

Film in Bibliotheken, IFLA Audiovisual & Multimedia Section. Twitter: @filmeditio Blog: filmeditio.hypotheses.org

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