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Ungewöhnliche Formate: „the public“ von Emilio Estevez

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Weniger als zehn Konferenzzentren soll es US-weit geben, die eine Konferenz von der Größe der ALA Annual Coference ausrichten können. Das Konferenzzentrum entspricht nicht in jeder Hinsicht dem, was ich mir unter einem top ausgestatteten modernen Veranstaltungsort vorstelle, aber es ist groß. Und es bietet Platz für drei Kinosäle.

Und davon machen die OrganisatorInnen Gebrauch. Nicht etwa als Vortragssaal. Dabei würden den besser besuchten Veranstaltungen ansteigende Sitzreihen nicht schaden. Die Eröffnungsveranstaltung mit Michelle Obama gestern z. B. fand in einer riesigen, fast 9.000 Menschen fassenden Halle statt, in der einzig Michelle Obama und die Moderatorin erhöht saßen. Zum Glück wurde das Gespräch auf große Leinwände übertragen. Die Säle werden – dreimal dürfen Sie raten – tatsächlich für Filmvorführungen genutzt.

Es gibt das Format „NOW SHOWING @ALA“, wo von Sonnabend bis Montag verschiedene, größtenteils sehr aktuelle Filme gezeigt werden, darunter zum Beispiel „EX LIBRIS – The New York Public Library“, der in Deutschland erst im Herbst in die Kinos kommt. Einen Vorgeschmack darauf aus bibliothekarischer Sicht,  formuliert von den Schweizer Kolleginnen von bibliomedia, gibt es schon seit einigen Wochen im Blog der Kommission für Interkulturelle Bibliotheksarbeit des dbv oeb_multikulturell.

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Das Film-Programm der ALA

Außerdem im Angebot, und das gleich dreimal „the public“ von Emilio Estevez. Nach dem Film steht der Regisseur und Schauspieler für Fragen bereit. Es geht aber nicht nur darum, zu unterhalten, sondern sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Das macht nicht zuletzt der Hinweis auf dieses im ALA Store erhältliche brandaktuelle Buch deutlich: Homelessness and Libraries – An Empathy-Driven Approach to Solving Problems, Preventing Conflict, and Serving Everyone. Zu diesem Titel hat es vor einer der Filmvorführungen eine eigene einstündige Veranstaltung gegeben.

Und darum geht es im Film: Während eines extremen Wintereinbruchs sind die Obdachlosenunterkünfte in Cincinnati überfüllt. Eine größere Gruppe Obdachloser, tagsüber ohnehin regelmäßig in der Bibliothek anzutreffen, weigert sich deshalb mit der abendlichen Schließung des Hauses die Bibliothek zu verlassen…

Obdachlose in Bibliotheken, das ist einThema, das viele betrifft. Und so ist der Saal sehr gut gefüllt. Einen solchen Film mit lauter KollegInnen zu sehen, ist ein besonderes Erlebnis. Schnell wird klar, es geht da nicht nur um eine weitere Geschichte, wo mehr oder wenig zufällig eine Bibliothek der Ort des Geschehens ist und mit Klischees gearbeitet wird. Hinter dem Film stecken viel Verständnis für die Arbeitsweise öffentlicher Bibliotheken und gewiss viel Sympathie. Und gleichzeitig benennt er – sehr passend für diesen diskussionsfreudigen Fachkongress – ein Thema, mit dem sich öffentliche Bibliotheken beschäftigen müssen. Ein Input der etwas anderen Art. Wer weiß, vielleicht ergibt sich auch beim Bibliothekartag die Möglichkeit für ein vergleichbares Format.

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Großes Kino bei der ALA Annual Conference

 

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