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Open Access weltweit

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Gestern fand, unter dem Vorsitz von Patrick Danowski vom IST Austria, die Session „Libraries as drivers for Open Access“ statt. Zwar wurden nicht alle angekündigten Vorträge gehalten. Dennoch füllte die Sitzung, in der die Kollegen über Entwicklungen im Open Access in Südafrika, Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Österreich berichteten, das für sie vorgegebene Zeitfenster mit höchstinteressanten Vorträgen voll aus.

Der Kollege Raju Reggie von der University of Cape Town Libraries (UCT), Südafrika, hielt einen Vortrag zur sozialen Gerechtigkeit in Verbindung mit Open Access. Er berichtete von der in (Süd-)Afrika vorherrschenden Problematik, Open Access-Artikel in renommierten Fachzeitschriften zu veröffentlichen – oftmals müssen dafür APCs entrichtet werden, die bisweilen der Höhe der insgesamt zur Verfügung stehenden Forschungsmittel entsprechen.

Hinzu kommt, dass Studierende oftmals vor dem Problem stehen, keinen Zugang zu Textbüchern zu erlangen, da diese oft Preise in Höhe eines durchschnittlichen Monatsgehalts haben.

Die Lösung für das Durchbrechen dieses Armuts- und Ungerechtigkeitszyklus sieht die UCT im Diamond Open Access. Dabei wird die Bibliothek an der UCT zum Publisher, wobei es Ziel ist, lokal relevante Publikationen zu veröffentlichen. So hat die UCT unter anderem bereits medizinische Fachbücher veröffentlicht, die Ärzt*innen als PDF auf ihre Smartphones laden und so bei ihren Einsätzen in ländlichen Gebieten Südafrikas unterstützend nutzen können.

In einem weiteren Vortrag berichtete Mahmoud Khalifa, DOAJ-Botschafter aus Kairo, von einer Studie zum Open Access Monitoring für Lateinamerika und den Mittleren Osten, die er gemeinsam mit der mexikanischen Kollegin Ivonne Lujano durchgeführt hat.

Mit DOAJ als Datenbasis wurden drei Aspekte zwischen beiden Regionen verglichen: Die vorherrschenden Business Models, die vornehmlich angewandten Peer Review-Verfahren, sowie Strategien zur Plagiatsprüfung.

Mit ihrer Studie festgestellt haben Ivonne Lujano und Mahmoud Khalifa, dass etwa 19% der in DOAJ indexierten Journals auf Lateinamerika entfallen, während es im Mittleren Osten 4.8% sind. Während in Lateinamerika 5.1% der Journals APCs anwenden (Durchschnittspreis 350 USD), sind es im Mittleren Osten bereits 18.1% (Durchschnittspreis 172.3 USD). Das beliebteste Peer-Review-Verfahren ist in beiden Gebieten das double blind peer-review. In Lateinamerika werden weniger als ein Drittel der Journals Plagiatsprüfungen unterzogen, wohingegen es im Mittleren Osten etwa die Hälfte aller Journals ist. Es ist zu hoffen, dass die Studie von Lujano/Khalifa künftig weitergeführt und auf weitere Regionen der Welt ausgeweitet wird.

Die Sitzung beschloss Patrick Danowski vom Institute of Science and Technology Austria (IST). Er sprach über aktuelle Entwicklungen in der Open Access-Transformation in Österreich, wobei er einen kurzen Einblick in geplante Monitoring-Vorhaben gab.

Die Papers zu den genannten Vorträgen können hier eingesehen werden:

 

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