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Von Fiksyen und Fiction, Non-Fiction und Bukan Fiksyen

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In der Umgebung des Kuala Lumpur Convention Centre gibt es einige große Shopping Malls und fast jede davon hat auf einer der oberen Etagen auch ihren Bookstore. Da bietet es sich doch an, mal zu schauen, was in Malaysia zur Zeit für Bücher gelesen werden. In der Regel sind die Läden Teil einer größeren Buchhandelskette, von denen wiederum die meisten ihren Hauptsitz im asiatischen Ausland haben, wie z.B. „Kinokuniya“ aus Japan oder „Popular“ aus Singapur. In den Regalen der Buchläden spiegelt sich die sprachliche Vielfalt des WLIC-Gastgeberlandes unmittelbar wider: Malaysisch ist die offizielle Landessprache (übrigens der indonesischen Sprache sehr nahestehend und mit dieser gemeinsam als malaiische Sprachgruppe mit 200 Millionen Sprechenden eine der meistgesprochenen der Erde). Daneben ist aber das Englische in der Stadt fast omnipräsent und viele Ausschilderungen und Hinweise zweisprachig. Zudem kann man sich damit gut und eigentlich überall durchschlagen. Nach der langen britischen Kolonialherrschaft verwundert das nicht. Es gibt eine zahlenmäßig große chinesische Minderheit in Malaysia und insbesondere im Raum Kuala Lumpur sind deshalb verschiedenste chinesische Dialekte verbreitet. Hinzu kommen noch diverse indische Dialekte der aus Indien stammenden Bevölkerungsgruppen, vor allem Tamilisch.

Titelmäßig die größte Vielfalt bietet in den Buchläden ganz eindeutig die englische Sprache. Dies liegt nicht zuletzt an den Fach- und Sachbüchern, die besonders gut vertreten sind und in den Läden viel Fläche belegen. Etliche Bildungseinrichtungen – Universities, Colleges und Schools – haben im Zentrum von Kuala Lumpur ihren Sitz und so können auch hochpreisige Textbooks aus dem Programm der großen westeuropäischen und amerikanischen Wissenschaftsverlage an den Mann oder die Frau gebracht werden. Und auch populäre Sachbücher in englischer Sprache sind in großer Vielfalt zu erwerben.

Chinesisch und Malaysisch sind ebenfalls mit zahlreichen Titeln vertreten. In der chinesischen Abteilung fallen dabei die zahlreichen Comics, Mangas und Graphic Novels auf. Eine religiöse Abteilung führt zudem viele Titel in arabischer Sprache, was nicht erstaunt, ist doch der Islam die Staatsreligion von Malaysia.

Die derzeitigen Bestseller in malaysischer Sprache…

…und in Englisch.

Die Bestsellerregale der beiden am stärksten vertretenen Sprachen Englisch und Malaysisch unterscheiden sich recht deutlich. Die Autobiographie des wohl reichsten Malaysiers, Robert Kuok, führt die Kategorie „Non-Fiction“ an, während das malaysische Äquivalent „Bukan Fiksyen“ eine Graphic Novel von Faiz Ibrahim an der Spitze der Liste hat – und das obwohl man sie eigentlich der „Fiksyen“ zurechnen müsste. Der tatsächlichen Kategorie „Fiksyen“ steht hingegen ein Liebesroman aus der Feder von Siti Rosmizah voran. Die englische Fiction wird gleichfalls von einer Liebesgeschichte angeführt: Es ist der bereits 2013 erschienene Roman „Crazy Rich Asians“. Dieser kann aber anlässlich einer neuen US-amerikanischen Verfilmung, die derzeit auch in den europäischen Kinos anläuft, erneut die Bestsellerlisten anführen.

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