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Hot Topics: Artificial Intelligence, OA2020 und automatisierte Sacherschließung

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Auch in diesem Jahr finden auf dem WLIC die sogenannten Hot Topic-Sessions statt. Dabei sollen besonders aktuelle Themen in dreiminütigen Kurzvorträgen angerissen und dann in Gruppen diskutiert werden. Die Sektion Academic and Research Libraries hat sich in ihrer Hot Topic-Session für die Themen „Artificial Intelligence – Disruptor or Transformer of 21st Century Libraries“, „OA2020 – A Brazilian Perspective“ und „Automatic (or computer supported) Subject Indexing“ entschieden.

Als besonders eindrücklich erwies sich der Vortrag der kanadischen Kollegin Leslie Weir, die im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere unter anderem bereits Präsidentin des kanadischen Verbandes für wissenschaftliche Bibliotheken war.

Leslie Weir riss die Studien verschiedener Forscher*innen und Forschungseinrichtungen an, die unter anderem annehmen, dass bis zum Jahr 2030 zwischen 400 und 800 Millionen Jobs der Automatisierung zum Opfer fallen werden, und AI-Technologien als „the most disruptive class of technologies over the next 10 years“ bezeichnen.

Damit wirken sich die Technologien im Bereich der Künstlichen Intelligenz auf die menschliche Gesellschaft aus. Auswirkungen seien, so Leslie Weir, unter anderem die Folgenden:

  • Vorurteile der Menschen gegenüber Daten und der Programmierung
  • das Treffen von Entscheidungen wird aus menschlicher Sicht zur Black Box
  • Maschinen werden effizienter im Ausführen repetitiver Tätigkeiten – Menschen nehmen eher diejenigen Jobs an, die eines Urteilsvermögens, emotionaler Intelligenz und künstlerischen Fähigkeiten bedürfen

Aus diesen Entwicklungen zieht Leslie Weir Konsequenzen für die Arbeit von Bibliotheken. Diese sollten Künstliche Intelligenz als Chance begreifen und

  • Informationskompetenz im Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorantreiben, um das Verständnis für die Technologien zu erhöhen und AI so einem Demokratisierungsprozess zu unterziehen,
  • sich weiterhin für geistige Freiheit, Datenschutz und das Prinzip informierter Einwilligungen einsetzen,
  • Open Source-Technologien im Bereich Künstlicher Intelligenz unterstützen, um einen Ausgleich für proprietäre Systeme zu schaffen,
  • eine Balance finden zwischen dem wirtschaftlichem Nutzen von AI und seinem Einfluss auf die Gesellschaft,
  • und ihre Zukunft nicht ausschließlich in der Informationsversorgung sehen.

 

Im Anschluss an die drei verschiedenen Vorträge fanden sich die Sitzungsteilnehmer*innen in Gruppen zusammen und diskutierten die vorgestellten Themen ausführlich. Die Diskussionsergebnisse wurden protokolliert und sollen, wie auch in den letzten Jahren, auf der Website der Sektion Academic and Research Libraries veröffentlicht werden.

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