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Universelles Design für Bibliotheken

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In der Session “What is universal design for libraries?” der Sektionen Library Services to People with Special Needs, Public Libraries und Library Services to Persons with Print Disabilities ging es um die Notwendigkeit von Zugangsmöglichkeiten in Bibliotheken für alle Menschen, unabhängig von Alter, Größe oder Behinderung. Denn Bibliotheken sollten als öffentliche Orte für alle Menschen zugänglich sein, ohne Barrieren oder Beschränkungen. Universelles Design bedeutet im Gegensatz zu inklusivem Design, dass es keine separaten oder nachträglichen Lösungen – beispielsweise für Menschen mit Behinderungen – gefunden werden müssen, sondern es von Beginn an so geplant wird, dass möglichst alle Menschen davon profitieren.

Knut M. Nygaard von der Norwegian Library of Talking Books and Braille erläuterte in seinem Vortrag zunächst das Konzept des universellen Designs und seine unterschiedlichen Namen und Ausprägungen. Der Begriff “Universal Design” geht zurück auf den amerikanischen Architekten Ronald L. Mace, der diesen bereits in den 1980er Jahren verwendete. Das Ziel von universellem Design ist es, das Leben für alle Menschen zu vereinfachen und gleichberechtigte Möglichkeiten zu schaffen. Universelles Design kann nicht für sich allein stehen, es bildet lediglich das Fundament für die Gleichberechtigung aller Menschen. Es bedarf weiterer inklusiver Lösungen, wie Anpassungen für verschiedene speziellere Gruppen, individuelle Anpassungen und für Menschen, die es benötigen, eine persönliche Betreuung. Dies macht das “Accessibility Triangle” sehr deutlich:

Weitere verbreitete Begriffe sind unter anderem “Design für alle”, “Inklusives Design” oder “Barrierefreies Design”. All diese Begriffe haben keine klare Definition, was es schwierig macht, Standards festzulegen.

Anne Sieberns vom Deutschen Institut für Menschenrechte beschrieb in ihrem Vortrag aus einer menschenrechtlichen Perspektive die Notwendigkeit von universellem Design. Mit Zitaten aus der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) machte sie deutlich, dass der Zugang zu öffentlichen Orten sowie der Zugang zu Informationen frei zugänglich sein sollte. Die UN-BRK liefert in Artikel 2 sogar eine Definition von universellem Design.

“Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet “universelles Design” ein Design von Produkten, Umfeldern, Programmen und Dienstleistungen in der Weise, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend ohne Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können. “Universelles Design” schließt Hilfsmittel für bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderungen, soweit sie benötigt werden, nicht aus.”

Dies deckt sich mit Knut Nygaards Aussagen und dem “Accessibility Triangle”.

In weiteren Vorträgen wurden Projekte aus Finnland und Großbritannien vorgestellt, unter anderem eine demenzfreundliche Bibliothek in Schottland.

Da im Anschluss an die Vorträge nicht mehr viel Zeit für eine Diskussion blieb, möchte ich Sie nun auf diesem Wege bitten, mir Ihre Erfahrungen mit universellem Design und Barrierefreiheit in Ihren Bibliotheken mitzuteilen. Denn für meine anstehende Bachelorarbeit suche ich Bibliotheken, die sich mit diesem Thema beschäftigen und vielleicht sogar eine Bibliothek nach diesem Konzept planen oder bereits umgesetzt haben. Schreiben Sie mir gerne eine Mail an folgende Adresse: nadja.baldszuhn (at) fh-potsdam.de

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