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Die Scholar‘s Library im Islamic Arts Museums

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Der letzte Tag des IFLA-Kongresses gehört traditionell den Bibliotheksbesuchen. Nachdem man sich eine Woche lang mit Bibliothekar*innen aus aller Welt über weltweite Bibliotheksthemen und Bibliotheken unterhalten hat, bietet sich hier eine sehr exklusive Gelegenheit, ausgewählte Bibliotheken des Gastgeberlandes kennenzulernen. Nicht weniger als 18 Bibliothekstouren hält das Programm bereit, wobei drei Ganztagestouren aus der Metropolregion Kuala Lumpur herausführen und die anderen als Halbtagestouren innerhalb KLs konzipiert sind. Nicht leicht fällt mir da die Auswahl, doch habe ich mich letztlich für die Tour zur Scholar’s Library im Islamic Arts Museum (IAMM) entschieden, da ich selbst in einer Museumsbibliothek arbeite.

Das Museum selbst ist noch keine 20 Jahre alt und dementsprechend neu ist auch das Gebäude. Der Sammelschwerpunkt ist keineswegs nur auf Malaysia gelegt, in den Ausstellungshallen gibt es islamische Kunst aus dem gesamten Verbreitungsgebiet dieser Religion zu bewundern. Über 12.000 Objekte zählt die Sammlung mittlerweile. Im Rahmen der Bibliotheksbesichtigung erhielten wir auch eine Kurzführung zu einigen Highlights der Ausstellung.

Die Bibliothek selbst ist als Studienzentrum im Obergeschoß des Museums angesiedelt und ist kostenlos, jedoch nur nach Anmeldung zugänglich. Sie richtet sich mit ihrem Bestandsschwerpunkt Islamische Kunst und Kulturgeschichte an Fachbesucher*innen. Als Präsenzbibliothek leiht sie nur an die hauseigenen Wissenschaftler*innen aus. Für längere Forschungsaufenthalte bietet sie zwei carrelartige Kabinen in denen sich die Besuchenden einen temporären Arbeitsplatz einrichten können. Der etwa 20.000 Bände zählende Bibliotheksbestand ist komplett in Freihandaufstellung, angelehnt an die LCC, in der Bibliothek nutzbar. Lediglich eine Sondersammlung von etwa 2.000 Bänden Altbestand und Raritäten befindet sich in einem klimatisierten Magazin, das aber durch eine Glaswand vom Lesesaal zumindest einsehbar ist. Über den gesamten Bestand kann mittels OPAC recherchiert werden.

Die Räumlichkeiten sind sehr großzügig angelegt, zwischen den Regalreihen sind breite Gänge. Eine lange Fensterfront fängt das Tageslicht ein und sorgt für eine helle Atmosphäre. Das Mobiliar ist durchweg hochwertig gestaltet und aus einem dunklen Holz ausgeführt. Der auf Glanz polierte Dielenboden trägt ebenfalls zu einem luxuriösen Raumeindruck bei. Auch auf kleine Details wurde viel Wert gelegt, so zeigt zum Beispiel das durchbrochene Muster der aus Edelstahl gefertigten Buchstützen das Logo des Islamic Arts Museum, den Museumsnamen in kufischer Quadratschrift.

Ebenfalls kostenlos zugänglich ist die Children’s Library des Museums. Sie wird vom museumspädagogischen Team des IAMM betreut und hält eine kleine Sammlung von Kinderbüchern zu den Museumsschwerpunkten bereit. Diese Kinderbibliothek ist nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich von der Scholar’s Library getrennt und liegt im Erdgeschoss in Eingangsnähe, so dass sie beim Museumsbesuch oder auch einfach so und ohne Voranmeldung benutzt werden kann. Die Schwelle zum Bibliotheksbesuch ist hier also durchaus niedriger als bei ihrem doch etwas exklusiven Pendant im Stockwerk darüber.

Insgesamt kann ich den Besuch der Scholar’s Library empfehlen, vor allem wenn man ohnehin vorhat, das sehenswerte Museum zu besuchen. Einfach an der Eingangskasse für den Bibliotheksbesuch anmelden lassen.

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