BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Die Zukunft im Blick – von Tsetswana bis Plogging

Petra Hauke (HU Berlin) ist die Gastgeberin bei Catalysts for environmental and social sustainability: Libraries supporting young adults’ quest for a better future

Nachhaltigkeit im sozialen Kontext ist das Ziel von “Libraries without borders”. In Westafrika, vor allem in Senegal und Elfenbeinküste, ermöglicht das Young Leaders Program, das von Jeremy Lachal als ein Beispiel für Nachhaltigkeit im sozialen Bereich vorgestellt wird, ambitionierten jungen Frauen und Männern die Teilnahme an Trainings und Workshops. Damit sollen sie befähigt werden, ihre Community zu unterstützen und ihre neu erworbenen Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches (Berufs-)leben einzusetzen.

Collect a word, add a wordist ein Sprachprojekt, das von Lillian Oats an einer Junior Highschool in Botswana durchgeführt wird. Die Schulbibliothek unterstüzt und vermittelt das Erlernen einer lokalen Sprache, Tsetswana, die zwar von 95% der Bevölkerung neben Englisch gesprochen wird, aber dennoch oft nicht geschrieben oder in vollem Umfang korrekt genutzt werden kann. Mit dem Erhalt dieser Sprache wird an die lokalen historischen Wurzeln verwiesen und eine Verbindung zur eigenen Geschichte, Gebräuchen und Traditionen geschaffen.

Der 15. April ist in Russland Tag der Nachhaltigkeit – und die Russische Nationalbibliothek als Initiator einer Wachstumsbewegung hat mit ihrer Kinder- und Jugend Abteilung eine erfolgreiche, landesweit durchgeführte Aktion aufgezogen, die neben drei Ministerien zwei weitere Bibliotheken und zahlreiche weitere Partner eingebunden hat. Ganz zu schweigen von den 1500 teilnehmenden Bibliotheken aus 75 der 86 Regionen… Die Teilnehmer führten an diesem Tag Workshops, Vorträge, Exkusionen oder andere Aktivitäten durch und Beteiligten sich mit einem kurzen Film über ihr Projekt an einem landesweiten Wettbewerb. Initiator Anton Purnak hofft auf größere Beteiligung im kommenden Jahr!

Going Green: sustainable practices in Philippine libraries wurde von Sharon-Maria Esposo-Betan vorgestellt: Bibliotheken auf den Phillipinen Beteiligten sich an einer Befragung zu ihren Anstrengungen in punkto Umweltschutz: nutzen sie Recyclingpapier? Wird Ausdrucken vermieden? Werden umweltschonende Reinigungsmittel verwendet? Fährt der Bücherbus mit Öko-Kraftstoff? Für die Beantwortung der Fragen wurden jeweils Punkte vergeben und die Bibliotheken erhalten eine Bewertung vergleichbar dem bei uns verwendeten Energieausweis für Gebäude.

Going green: international student workshop on recycling and SAGs in Joensuu. Ulla Pötsönen berichtet sehr persönlich von ihrer Bibliothek in Finnland, die längere Zeit nach Möglichkeiten suchte, “grünes” Bewusstsein an ihre Jungen Nutzer zu vermitteln und, besser noch, diese zur Mitarbeit zu bewegen. Der Durchbruch kam zufällig mit einem 2stündigen Workshop mit Erstsemester-Studenten der benachbarten Bibliothek: hier ging es um das persönliche Engagement, darum, selbst aktiv zu werden. Daraus entwickelte sich eine Serie von Workshops, Upcycling-Kursen, Initiativen und Aktionen wie gemeinsamen Plogging. Noch nie gehört? Beim Joggen bückt man sich und sammelt allen herumliegenden Müll in eine Tüte… So tut man etwas für die eigene Gesundheit und die Community!

Campus sustainability and Information literacy for First Year students stellt Raymond Pun von der Fresno State University vor. Das Programm stellt Erstsemester, unterrepräsentierte Gruppen und Frauen in technischen Studiengängen in den Mittelpunkt. Im Rahmen eines Recherchetrainings erlernen die Student/innen nicht nur wichtige Techniken die ihnen bei der Nutzung z.B. der Uni Bibliothek helfen, sondern tragen auch zur jährlichen Aktualisierung einer Datenbank über umweltbezogene Daten den Unicampus betreffend bei. Besonders für Student/innen, die als erste aus ihrer Familie studieren, ist dies eine Hilfe in mehr als einer Hinsicht


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Besuch in einer Kinderbibliothek

Das gewohnte offsite meeting des SC Children & Youth Libraries hat uns heute in die kürzlich neu eröffnete Stadtteilbibliothek Pustaka KL@TTDI geführt.

Die Teilnehmer wurden in zwei Bussen, liebevoll mit den landestypischen Wolkenstores ausgestattet, frühmorgens durch den dichten Berufsverkehr gelotst – ein Durchkommen war nur mit Polizeieskorte möglich.

Die Bibliothek liegt in einer ’normalen‘ Nachbarschaft: Einfamilienhäuser, kleine Läden, eine Tankstelle, ein paar Hochhäuser usw.

Sie wurde mit Hilfe einer Architektin, die schon mehrere der öffentlichen Bibliotheken renoviert hat, völlig neu ausgestattet. Die großzügigen Räume bieten viel Platz für Gruppenevents,

die Lesebühne war von Kindergartengruppen umlagert, Regale schwingen in weiten Kurven durch den Raum

und ein großes Auskunftsterminal ist strategisch günstig in der Mitte des Raums platziert. Auffällig ist die hypermoderne Ausstattung mit digitalen Angeboten: die Internetplätze

wirken neben dem interaktiven Touchpad, einem begehbaren Touchscreen und einem wandfüllenden Games-Screen schon fast antiquiert.

Die Bücher stehen in Malayisch und Englisch zur Verfügung. Das koloniale Erbe (Malaysia wurde 1957 unabhängig) ist insofern noch lebendig, als Englisch weitverbreitet ist. Es gibt deutliche Anstrengungen, dies noch zu verbessern – der Tourismus ist eine sehr wichtige Einnahmequelle für das Land und die niedrige Sprachbarriere macht es natürlich für Touristen gut zugänglich.

An diesem Besuch konnten nicht nur Mitglieder des Standing Committee teilnehmen, und so hatten sich ca. 60 WLIC-Teilnehmer/innen zusammen gefunden. Einer lebhaften Diskussion über die soeben verabschiedeten, aktualisierten IFLA-Guidelines für Kinder- und Jugendbibliotheken schloss sich der interessante Vortrag von Dato‘ Ahmad Redza Ahmad Khairuddin, des Vorsitzenden von IBBY, über die Tätigkeit dieses International Board on Books for Young People an.

Die Rückfahrt zum KL Convention Center war dann trotz dichten Verkehrs schon ohne Polizeieskorte möglich…


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Poster Präsentation, die Erste

img_20180826_121610134Heute konnten alle, die ein Poster eingereicht hatten, für zwei Stunden die Reaktion der Kongressbesucher auf ihre Poster testen. Die große Exhibition Hall 1/2 bietet jeweils am Ende ein Posterareal, dazwischen gruppieren sich die verschiedenen Ausstellerstände, der IFLA-Stand und das Goethe Institut.

Die Akustik in der Halle war fabelhaft: überlebte man letztes Jahr die zwei Stunden nur mit Hilfe von Emser Pastillen, konnte man dieses Mal in normaler Lautstärke sprechen und seinen Gesprächspartner sogar verstehen!

Ich hatte ein Poster zu Kinder- und Jugendbibliotheken in Deutschland (Organisation, Infrastruktur, Programmarbeit usw.), begleitet von einer englischsprachigen Broschüre mit detaillierteren Informationen (https://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/kommissionen/kinder-und-jugendbibliotheken/publikationen.html)

Aus den 15 Gesprächen konnte ich vor allem das rege Interesse an den Zielen und Methoden der Programmarbeit für die beiden Hauptnutzergruppen mitnehmen – es lohnt sich, hierin für den kommenden Kongress etwas tiefer einzusteigen. Die vielfältigen Programme und modularen Elemente sowie die Veranstaltungsarbeit unserer Kinder- und Jugendbibliotheken kann im internationalen Vergleich durchaus mithalten, ja inspirierend sein.


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Opening Session IFLA 2018


In der Plenary Hall versammeln sich ca. 2.000 Bibliothekar/innen zur großen Eröffnungsveranstaltung. Ein königlicher Willkommenstanz, begleitet von Gamelanmusik, leitet die offizielle Eröffnung des 84. WLIC ein.

Das Motto „Transform libraries, transform societies“ wird von allen Rednerinnen und Rednern in den Mittelpunkt ihrer Ansprachen gestellt. Eine Stadt, die sich permanent und so schnell verändert wie Kuala Lumpur, hat vermutlich keine Angst vor diesem Motto – über die Frage der Auslegung gehen die Meinungen sicher auseinander. IFLA-Präsidentin Gloria Perez-Salmon stellt positive Bezüge her zwischen dem Willen zur Veränderung und der Verbesserung von Bibliotheksangeboten, die den Nutzern helfen, das eigene Leben erfolgreich zu gestalten.

Der Minister für Tourismus, Kunst und Kultur, Tuan Mohamaddin Bin Ketapi, preist Kuala Lumpur als Stadt der Diversität und begrüßt die von weither angereisten, internationalen Kongreßteilnehmer/innen mit einem Sprichwort: „Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist, liest nur eine Seite.“

In einer Tanzdarbietung werden die Geschichte Malaysias, das Motto der Konferenz und die Bedeutung des Lesens – eine beeindruckende Leistung. In Malaysia gibt es 516 öffentliche Bibliotheken mit ca. 2,6 Mio. eingetragenen Nutzern. Malaysia investiert in Bildung mehr als in seinen Verteidigungshaushalt. Wenn Tan Sri Dr. Ali Hamsa, Generalsekretär der Malaysischen Regierung, den Entwicklungsprozess der malaysischen Bibliotheken in seinen drei Stufen darstellt, dann wird deutlich, dass es dabei auch darum geht, diejenigen zu erreichen, die – aus welchen Gründen auch immer – schwer zu erreichen sind. Leseförderung und der Ausbau digitaler Bibliotheken sind hierbei wichtige Säulen.

Das Grußwort des 93jährigen Premierministers, Tun Dr. Mohamad, wird digital übertragen und beschließt die Reihe der Grußworte und Ansprachen. Mit einer Trommelzeremonie wird die Eröffnungsveranstaltung beendet und der 84. WLIC offiziell eröffnet.


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Willkommen!

An jedem Eingang, auf jeder Etage werden die Kongressbesucher von einem freundlichen Lächeln begrüßt. So viele Volunteers habe ich noch bei keinem Kongress erlebt – aber das Kuala Lumpur Convention Center (KLCC) ist riesig. Wenn man im Erdgeschoss ankommt und sich einer Vielzahl von Treppen, Rolltreppen, Aufzügen und quietschbunten „Übersichts“plänen gegenüber sieht, dann helfen ein Willkommen! und ein freundliches Lächeln wirklich weiter. Alle Volunteers sind hochmotiviert und tun alles, um ein Problem oder eine Frage zu lösen.