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Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Urheberrechtskompetenz

Copyright Literacy ist internationel  ein Begriff – das wurde in der ganztägigen Offsite-Session „Models for Copyright Education in Information Literacy Programs“ beim IFLA World Library and Information Congress sehr deutlich. Copyright Education wird weltweit als Aufgabe von Bibliothekarinnen und Bibliothekare (nicht primär von Juristinnen und Juristen) gesehen. In Deutschland haben wir da noch Nachholbedarf

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Eine internationale Umfrage unter Bibliothekarinnen/Bibliothekaren und Informationsexperten/Informationsexpertinnen zur Urheberrechtskompetenz wurde bereits in Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Kroatien, Rumänien und der Türkei durchgführt. Deutschland ist noch nicht dabei – wir werden das jetzt versuchen zu ändern.

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In Australien gibt es ein „Australien Libraries Copyright Committee“, das u.a. Copyright-Training für Bibliothekarinnen und Bibliothekare anbietet, ein Copyright-Fact Sheet erstellt hat und eine Urheberrechtsreform unterstützt. Jessica Coates forderte dazu auf, Risiken in Urhberrechtsfragen nicht ausschließen zu wollen, sondern sie einzugehen und zu minimieren: „Frag nicht, ob etwas legal ist. Frage nach dem Risiko, verklagt zu werden. Gehe Risiken ein.“ Mehr Mut auch in Deutschland wäre schön!

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IFLA Standing Committe Information Literacy

Heute war die Veranstaltung, wegen der ich eigentlich zum IFLA World Library and Information Congress gekommen bin: Die zweite Sitzung des Standing Committee Information Literacy. Wir haben uns ein großes Arbeitsprogramm vorgenommen, u.a

  • eine Prekonferenz vor dem IFLA-Kongress 2018 in Kuala Lumpur besonders zum Netzwerken mit den Kolleginnen und Kollegen aus Asien
  • eine gemeinsame Session mit der IFLA Theory & Research Group beim IFLA-Kongress 2018
  • die Stärkung der Zusammenarbeit mit der Global Alliance for Partnerships on Media and Information Literacy (GAPMIL) der UNESCO.

In der Diskussion über die Kommunikationsstruktur wurde sehr deutlich, wie stark sich die Verwendung sozialer Medien weltweit unterscheidet.  WhatsApp, Facebook und Twitter sind nicht in allen Ländern verbreitet oder frei zugänglich.

Ein Zitat aus der Sitzung  gefällt mir sehr gut -das Motto kann immer wieder angewandt werden: Just keep doing things until someone says you can’t.

Zum Nachdenken noch eine Information aus der Session der IFLA-Gruppe Freedom of Access to Information and Freedom of Expression (FAIFE): 35% der Weltbevölkerung haben keinen freien Zugang zum Internet und 29% nur teilweise freien Zugang. Das macht doch sehr deutlich, wie wichig der weltweite Einsatz für den Zugang zur Information und die Möglichkeit zur Bewertung von Information (Informationskompetenz) ist.

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President’s Session beim IFLA Word Library and Information Congress

Der Tag begann mit der IFla Highlights Session „Five Days in Forty-Five Minutes“. Hier wurde die Library Map of the World (https://librarymap.ifla.org/) online geschaltet. Sie enthält Informationen zur Anzahl der Bibliotheken, Bibliotheken mit Internetanschluss, Personal, Nutzerinnen und Nutzer, physische und elektronische Ausleihen in den einzelnen Staaten. Demnach gibt es in Deutschland: 10.039 Bibliotheken, davon nur 4.436 mit Internetanschluss, also noch nicht mal die Hälfte. Da frage ich mich schon, wie eine Bibliothek ohne Internetanschluss überhaupt funktionieren kann. Zum Verleich: Polen hat 30.008 öffentliche Bibliotheken.

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In der President’s Session warnte zunächst Leonhard Donbusch, Professor am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck, vor den Absichten Günter Oettingers, das Leistungsschutzrecht für Zeitungsverlage auf wissenschaftliche Verlage auszudehnen. Er forderte Bibliotheken auf, Open Access and Open Science stärker zu unterstützen.

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Der IFLA-Generalsekretär Gerald Letiner schaltete die Online-Umfrage zur IFLA Global Vision (https://globalvision.ifla.org/vote/) frei. Sie enthält die fünf Fragen

  • Was sind die zentralen Werte der Bibliotheken?
  • Worin sind Bibliotheken besonders gut?
  • Was sollten Bibliotheken mehr tun?
  • Was sollten Bibliotheken weniger tun?
  • Was sind die größten Herausforderungen für Bibliotheken?
  • Was wären die Merkmale eines vereinten bibliothekarischen Fachgebietes?

Wärend der Session beteiligten sich ca. 300 Zuhörende an der Umfrage. Sie fanden z.B., dass Bibliotheken beim Gewährleisten des Zugang zu Informationen, bei der Lernuntersützung und der Informationskompetenz besonders gut seien.

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Sebr professionell ist auch die Videos für die IFLA Global Vision gemacht: https://vimeo.com/229551467/458cd40143 und https://vimeo.com/228190677


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Offizielle Eröffnung des IFLA World Library and Information Congress 2017

Als erstmaliger Teilnehmer an einer IFLA-Konferenz gehe ich am Morgen zunächst einmal pflichtgemäß zur Newcomer-Session. IFLA-President  Donna Scheeder, President elect Glòria Pérez-Salmerón und Secretary General Gerald Leitner erklärten die Struktur von IFLA, gaben Hinweise auf wichtige Veranstaltungen und forderten zur Mitarbeit auf. „Twitter and tell the world what is happening at this conference!“

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung in der Jahrhunderhallte begann mit lauter Musik und eine gewaltigen Lichtschau. Ein  animierender aufgedrehter Moderator führte durch das Programm. Da können wir uns in unserer deutschen Nüchternheit einiges abschauen.

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Aber es gab auch sehr ernste und beeindruckende Worte. In seiner Grußbotschaft schrieb der polnische Präsident Andrezej Duda: „I firmly believe that today the role of librarians and their efforts should be better understood and appreciated. For, in the information society it is of particular importance to know how to get at a reliable and verified knowledge.“  Polens Kulturminister Piotr Gliński betonte die Bedeutung von Bibliotheken für eine freie und friedvolle Gesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Haltung auch im Handeln der polnischen Regierung ausdrückt.

Die Eröffnungsveranstaltung endetet mit einer musikalischen und artistischen Performance über die wechsel- und leidvolle Geschichte der Stadt Wroclaw/Breslau. Angesichts des großen Leids, das die Bewohnerinnen und Bewohner im Lauf der Geschichte erfahren haben, ist es umso bemerkenswerter, dass sich Wroclaw nun als Stadt der Freundschaft, Völker- und Religionsverständigung versteht: WrocLove!

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Und dann gab es noch den IFLA 2017 Flashmob: https://www.youtube.com/watch?v=qEU_HuCXmx4.


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„Transliteracy“ oder einfach „Information Literacy“? Tag 1 beim IFLA World Library and Information Congress 2017

An zwei Dinge musste ich mich bei meiner ersten Teilnahme an einem IFLA-Kongress gewöhnen: Die ersten Sessions beginnen schon um 8 Uhr – und die offizielle Eröffnungsveranstaltung findet erst am zweiten Tage statt.

Höchst bemerkenswert ist der Veranstaltungsort in Breslau: Die Jahrhunderthalle wurde 1913 eröffnet und 2006 in die UNESCO-Weltkulturliste aufgenommen. Der Einsatz des neuen Baustoffes Stahlbeton ermöglichte die Konstruktion der zu diesem Zeitpunkt größten Kuppel der Welt mit einer Spannweite von 65 Metern.

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Im Meeting des Standing Committee Information Literacy wurde zunächst ein neuer Chair gewählt: Lisa Janicke Hinchliffe (University of Illinois at Urbana-Champaign) übernimmt dieses Amt von Sharon Mader, deren Amtzeit im Standing Committee endet. Im Rahmen der Überlegungen zu einer gemeinsamen Session mit der Library Theory and Research Section bei WLIC 2018 zum Thema Forschungsunterstützung und Forschungsdaten haben wir über den Begriff „Transliteracy diskutiert“, definiert als die Fähigkeit, plattform- und medienübergreifend zu agieren. Kann die Einführung dieses Begriffs neue Impulse setzen oder schließt „Information Literacy“ diese Fähigkeiten selbstverständlich ein? Der Trend ging dahin, beim eingeführten Begriff „Information Literacy“ zu bleiben.

Abends fand dann  das German Caucaus Meeting, das Treffen der deutschsprachigen Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer statt. Die 161 Teilnehmenden aus Deutschland, 37 aus der Schweiz und 21 aus Österreich stellen die zweitgrößte Gruppe bei WLIC nach den USA mit 400 Teilnehmenden. In angenehmer Atmosphäre gab es viele interessante Informationen, so.z.B., das gemäß den IFLA Rules of Procedure alle Gremiensitzungen öffentlich sind – jeder kann als Observer teilnehmen. Bei einem Gläschen Wein und einem kleinen Imbss klang der erste Tag entspannt und mit guten Gesprächen aus.


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“The only thing that you absolutely have to know, is the location of the library.” (Albert Einstein)

Abschluss der European Conference on Information Literacy in Prag. Wo stehen wir im internationalen Vergleich? Sehr gut stehen wir da bei unsere kooperativen Aktivitäten und unserer Vernetzung, unsere Website http://www.informationskompetenz.de erhält höchste Anerkennung, unsere detaillierte IK-Statistik ist einzigartig. Auf der hochschulpolitischen Ebene haben wir mit der Empfehlung der Hochschuldirektorenkonferenz zur Informationskompetenz viel erreicht.

Bei der Gestaltung unserer Kurse und der Integration in die Curricula halten wir im internationalen Vergleich sehr gut mit, verzeichnen und Erfolge und kämpfen mit Herausforderungen, von denen auch viele Kolleginnen und Kollegen aus den USA berichten.

Nachholbedarf haben wir bei der Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung zur Informationskomeptenz mit der Praxis. Und vielleicht beim ganzheitlichen Verständnis von Informationskompetenz. Wie sieht es aus mit der Akzeptanz der Vermittlung von Informationskomeptenz an deutschen Bibliotheken? Auffallend ist, dass nur zwei Teilnehmende der ECIL 2016 aus Deutschland kamen. Hoffentlich werden es ein paar mehr bei der ECIL 2017 vom 18. – 21. September in St. Malo.


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Informationskompetenz und Erfolg im Beruf

Erhöht Informationskompetenz die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und den Erfolg im Beruf? Graduate Employability war ein Thema bei der European Conference on Information Literacy. Einzelne Studien aus verschiedenen Ländern weisen darauf hin. Anne-Kathrin Meyer stellte die longitudinale Studie des Leibniz-Instituts für Psychologische Information und Dokumentation  (ZPID) vor, bei der 53 Studierende der Psychologie befragt wurden. Sie stellt eine eindeutige Verbindung zwischen Informationskompetenz und akademischen Erfolg her. Es wäre schön, wenn es gelänge, die Datenbasis zu verbreitern und die Befragung auf weitere Studierende auszudehmen.