BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


Hinterlasse einen Kommentar

Die Bibliothek als Zufluchtsort

Bei der Session der Metropolitan Libraries zu „Sanctuaries in the city: the public library as a safe space“ am Sonntag wurde von 6 Referenten aus verschiedenen Ländern die Frage beleuchtet, welche Herausforderungen die Bibliothek als Zufluchtsort für alle Menschen in einer Stadt mit sich bringt. Die Papers zu den Vorträgen sind hier zu finden: http://www.professionalabstracts.com/iflawlic2018/iplanner/#/grid

Die erste Präsentation mit dem Titel „Public Libraries are safe and neutral spaces…when people aren’t in them!“ von Leonee Ariel Derr (Stonnington Library and Information Service, Australia) gab einige Denkanstösse zu der Frage welche Herausforderungen eine Bibliothek für alle Menschen mit sich bringt. Besonders spannend fand ich die These, dass die individuelle Bedeutung von Sicherheit & Zufluchtsort durchaus für einige Menschen einen erheblichen Widerspruch zu Inklusion & Zuflucht suchendem Mensch/Geflüchtetem darstellen kann. Deshalb vertritt Leonee die Ansicht, dass die Bibliothek vorsichtig mit einer Beschreibung als „safe place“ sein sollte, da sonst falsche Erwartungen geweckt werden können und eine Vorstellung von Bibliothek, die mit der Idee von Bibliothek, die MitarbeiterInnen im Kopf haben, kollidiert und Konflikte erzeugt. Das Fazit von Leonee hat mich so beeindruckt, dass ich es hier unbedingt zitieren muss:

„…It is essential that public libraries buck the trend of claiming to be “neutral,” often a cop-out term used to avoid conflict. Public libraries should instead vie for being principled if not radical in practice: showing empathy and compassion whilst upholding the rights of every individual in the communities they serve.“

Für alle, die mehr zum Vortrag und den Überlegungen von Leonee lesen wollen, hier der Link zum Paper von Leonee: http://library.ifla.org/2272/1/114-derr-en.pdf

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Lehren aus dem Desaster ziehen oder: wie japanische Bibliotheken das „Große Erdbeben“ aufarbeiten

 

FED0875B-27A9-4436-B803-2CA3F468BD6A

Ausschnitt aus der Dokumentation „The Phone of the Wind“ (Quelle: NHK).

Der WLIC ist zwar vorüber, aber hallt noch lebendig nach. So ergeht es vielen Menschen, insbesondere in Japan, mit dem 11. März 2011. Ich erinnere mich noch bestens. Als an diesem Tag das Tōhoku-chihō taiheiyō-oki jishin , das „Erdbeben an der Pazifik-Küste vor der Tōhoku-Region“ jenen verheerenden Tsunami auslöste, dessen Flutwellen fast 16.000 Menschen das Leben kosten sollten, stand ich gerade in meiner Kölner Studentenwohnung, umzingelt von zahllosen Umzugskisten und starrte betroffen auf die furchtbaren Bilder, die das Fernsehen übertrug. Als Japanologin fühle ich mich diesem wunderbaren Land und seinen Menschen naturgemäß sehr verbunden – und ich sollte wenige Tage später in ein Flugzeug nach Ôsaka steigen, um mein Auslandssemester anzutreten. Die Katastrophe hat meinen Aufenthalt in Japan nachhaltig geprägt. Und daher kam ich auch nicht umhin, aufmerksam zwei Beiträge japanischer Kolleginnen zu verfolgen, die über die Dokumentation des Tōhoku-Erdbebens berichteten.

Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Warum Sie sich unbedingt für ein Impulsstipendium bewerben sollten

Sie sind seit mindestens 10 Jahren im Berufsleben und möchten gerne etwas über die IFLA, internationale Bibliotheken und deren Arbeit erfahren und viele interessante Menschen kennenlernen? Dann bewerben Sie sich doch für das Impulsstipendium von BII-International für den Weltkongress in Athen im kommenden Jahr!

Meine TOP 3 der Gründe, warum Sie sich unbedingt bewerben sollten:

TOP 1 und der wichtigste Grund überhaupt: Sie werden so viele interessante, inspirierende, wundervolle Menschen aus aller Welt kennen lernen, wie Sie es sich nicht annähernd vorstellen können. Angefangen beim European oder German Caucaus, bei denen man ganz einfach mit KollegInnen ins Gespräch kommt, der First Timer Session für alle IFLA Weltkongress Neulinge, über Sessions, in denen Sie über einen Vortrag mit KollegInnen ins Gespräch kommen, bei den Postersessions, beim Cultural Evening, ganz egal wann, es gibt unglaublich viele Gelegenheiten und Anlässe.

Top 2: Fachlicher Input aus aller Welt: Der IFLA Weltkongress bietet Einblicke in die fachlichen Trends und Entwicklungen in aller Welt, die ich über Fachliteratur nie in den Blick bekommen hätte. Und immer auch die Erkenntnis, dass viele Probleme überall auftreten und wir uns nicht allein mit den selben großen Herausforderungen auseinandersetzen, auch wenn die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich sein können. Auch wenn nicht jeder Vortrag Mindbreaking ist, sind es manchmal die Geschichten um den Vortrag oder zufällige Gespräche mit KollegInnen (siehe TOP 1).

TOP 3: Ganz nebenbei bekommen Sie die Gelegenheit eine neue Stadt in einem anderen Land kennenzulernen und dies nicht nur als Tourist, sondern auch über KollegInnen aus dem Land, die zahlreich bei dem Kongress dabei sind. Egal ob Sie bei einer Bibliothekstour ins Gespräch kommen, beim Kongress z.B. bei der Poster Session oder mit einem Volunteer sprechen, es gibt unglaublich viele Möglichkeiten. Eine ganz besondere Möglichkeit ist der Cultural Evening, an dem sich das Land auf vielfältige Weise präsentiert, mit Essen, Getränken, Musik, Tanz,…

All diese Gründe sprechen unbedingt für eine Bewerbung und ganz nebenbei werden Sie unglaublich viel Spaß haben! Also los, auf zum Weltkongress in Athen: https://2019.ifla.org!

Mehr zu den Stipendien finden Sie hier: http://www.ifla-deutschland.de/ifla/ifla-kongress/stipendien/

Der Bewerbungsschluss für den kommenden Kongress ist am 15.2.2019.


Hinterlasse einen Kommentar

ILFA WLIC 2018: Hot Topics im BII-Blog

Ganz herzlichen Dank an alle Bloggerinnen und Blogger für die spannenden und bereichernden Einblicke in ihre persönlichen IFLA-Konferenzerfahrungen. Wir konnten aus der Ferne teilhaben an Zukunftsthemen und Land und Leute kennen lernen.

Lesen Sie auch auf dem neuen BII-Blog „Aktuelles“ die interessanten Beiträge zur Eröffnung und Abschluss der Konferenz, den Themen Data Librarian und Metadata, Eindrücke über die Postersession und Firmen-Ausstellung und was sonst noch los war am Stand des Goethe-Instituts … es lohnt sich!

 


Ein Kommentar

Besuch einer öffentlichen Bibliothek in KL

Unglaublich was die Kolleginnen und Kollegen aus Kuala Lumpur möglich gemacht haben: da ich bei den Library Visits heute leider nicht dabei sein kann, haben sie am Dienstag spontan für eine Kollegin aus Sri Lanka, zwei Kolleginnen aus Thailand und mich eine Fahrt zu der „Perpustakaan Raja Tun Uda“ Bibliothek organisiert.

Die Bibliothek ist unglaublich in vielfacher Hinsicht:

  • 28 km vom Kongresscentrum entfernt mit fantastischem Ausblick auf ein Wasserreservoir. Das Grundstück war übrigens ein Geschenk des Sultans
  • Mit 6 Stockwerken und einem eigenen Bereich für Kinder (man muss übrigens seine Schuhe ausziehen, damit der Teppichboden geschont wird)
  • einem eigenen Parkhaus über mehrere Etagen (irgendwo müssen die Besucher der Bbliothek ihr Auto lassen, da der öffentliche Nahverkehr außerhalb des Stadtzentrums noch nicht sehr gut ausgebaut ist)
  • Fantastische technischer Ausstattung (u.a. 3D-Kino, 6D-Vorführraum, VR-Angeboten z.B. einem Life Sketchbook)
  • Ein gut ausgestatter Fitnessraum mit Trainer + ein extra Raum für die Frauen mit Trainerin, in dem alle KundInnen der Bibliothek trainieren können und selbstverständlich auch die Beschäftigten der Bibliothek
  • eine eigene Cafeteria.
  • Ein großer Gebetsraum (aber das ist eigentlich Standard)
  • ein kleiner Dachgarten mit Blick über KL, für alle, denen es in den kühlen klimatisierten Räumen irgendwann zu kalt wird

Wir haben eine sehr exklusive Führung von einem Mitarbeitern aus dem IT-Bereich und einem Mitarbeiter aus dem Marketing durch die Bibliothek bekommen, die unter anderem berichtet haben, dass die Bibliothek so besonders attraktiv gestaltet und mit viel moderner Technik ausgestattet wurde, damit sie ein Besuchermagnet für alle Altersgruppen wird. Viele Ideen wurden von Bibliotheken in Singapor übernommen, z.B. ein künstlicher Baum im Kinderbereich oder der Fitnessraum, der in Singapor jedoch nur von MitarbeiterInnen genutzt werden darf.

Um sich in der riesigen Bibliothek besser orientieren zu können, hat jede Etage einen eigenen Farbcode und eine Wandmalerei, die einen Eindruck davon gibt, welche Medien auf den jeweiligen Etagen zu finden sind. Täglich kommen bis zu 6.500 Menschen ins Haus, die Bibliothek ist 7 Tage in der Woche geöffnet, an Wochenenden sogar bis 21 Uhr, damit Familien sich gemeinsam länger aufhalten können.

Hier gibt es ein paar Fakten zu der Bibliothek: http://www.visitselangor.com/perpustakaan-raja-tun-uda/

Und die Website der Bibliothek mit einem Foto des 6D-Bereichs, den wir mit einer Achterbahnsimulation sogar life erleben durften (schreien war erlaubt, da das Gefühl mit den rüttelnden Stühlen, Wind im Nacken sehr authentisch war): http://www.ppas.gov.my/index.php/perkhidmatan/6d

Einige Eindrücke der Bibliothek:

Fitnessraum im Untergeschoss der Bibliothek

 

 

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek (Richtungswechsel)

Blick auf das Wasserreservoir

Vor dem 6D-Theater

Im 6D-Theater

Life Sketchbook Simulation

In der Kinderbibliothek

Vor dem Eingang zur Kinderbibliothek

 


Hinterlasse einen Kommentar

Fit am Arbeitsplatz

Auf dem Programm der Sektion ‚Standing Committee Literacy and Reading‘ (LiR) der Session ‚Literacy in the Workplace‘ standen spannende Themen wie…
  • Technology Tea for Staff – Informal Sessions for staff to learn how to use iPads and other Technologies (Atlanta Meyer): Atlanta arbeitet als Assistant Library Manager in Bullsbrook Community Library und macht sehr gute Erfahrungen mit informellen Fortbildungen, sog. ‚Kaffeekränzchen‘ kombiniert mit lockerem Erfahrungsaustausch und praktischen Übungen zu ‚Wie lade ich mir eBooks runter, welche neuen Apps gibt es oder wie streame ich Musik?‘

20180828_083312

  • What makes libraries the best places to promote digital literacy across Europe? (Ilona Kisch): Grossartige Lobbyarbeit auf europäischer Ebene: PL2020 vereint Bibliotheksorganisationen und Vertreter aus der gesamten EU, die das Bewusstsein für den Wert der öffentlichen Bibliotheken als Partner für soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen der Europa-2020-Strategie erhöhen. Bibliotheken tragen in drei Hauptbereiche zu den europäischen politischen Zielen bei: soziale Integration, digitale Integration und lebenslanges Lernen. Das PL2020 Programm wird von der Reading & Writing Foundation finanziert.

20180828_081144.jpg

  • Community readiness for digital economy: libraries and community engagement (Bolhassan Rashidah Hj., Sarawak State Library): Seit Eröffnung 2000 setzt die Bibliothek Pustaka Negeri Sarawak auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen mit einer landesweit angelegten ‚Reading Campaign‘.
  • Reading mission 2022 in India: Basheerhamad Shadrach

Alle Präsentationen werden demnächst auf der LiR-Website veröffentlicht.  In eigener Sache – call for members: Die Sektionsarbeit lebt von dem Engagement ihrer Mitglieder. Die LiR freut sich über jeden, der mitarbeiten möchte (10 freie Plätze!). Bei Interesse bitte Mail bis Anfang Oktober an den Vorsitzenden Andriaan Langendonk  Mail: adriaan.langendonk@kb.nl

IMG-20180828-WA0002
Mehr Infos unter:

Tipp für Zuhause: Viele der IFLA-Präsentationen sind auf http://library.ifla.org abrufbar. Es lohnt sich…! ☺