BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Information Literacy in Refugee Camps

Der dritte Tag der European Conference on Information Literacy (ECIL) in Oulu begann mit einem ungewöhnlichen und bewegenden Vortrag. Karen Fisher berichtete von ihrer Arbeit und ihrer Forschung im jordanischen Flüchtlingslager Zaatarie an der Grenze zu Syrien. 83.000 Menschen leben hier, 80% davon sind jünger als 25 Jahre. Autos sind nicht erlaubt im Camp, wichtiges Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad, das aber nur ausschließlich Männer gebrauchen. Der Hunger nach Information ist riesengroß, der Internetzugang ist jedoch beschränkt. Handyfotos sind eine wichtige Quelle für die Suche nach Verwandten oder für „Todesanzeigen“. Aus Sicherheitsgründen müssen Bücher im Camp genehmigt werden, es gibt mehrere kleine Büchereien, aber keine Buchandlungen. Karen Fisher zeigte Fotos von Tagebüchern und von Blättern vor, auf denen Campbewohner ihre Informationswelt gezeichnet haben. Sie erzählte von einer Gruppe von „Tiger-Mädchen“, die begierig auf Lesen sind und lernen möchten, um Ärztinnen oder Lehrerinnen zu werden. Die Frage, was Informationskompetenz in einem Flüchtlingscamp ist, lässt sich nicht abschließend beantworten. Zu vielfältig sind die Bedeutung von Informations und die Erfahrungen der dort lebenden Menschen.

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Das Framework for Information Literacy for Higher Education der Associatio of College and Research Libraries (ACRL) ist ein weiteres Thema in vielen Präsentationen bei der ECIL So hat die Tampere University of Technologie ihr Kursangebot vollständig am Framework ausgerichtet. Themen wie Zitieren, Bewerten, Open Science, gute wissenschaftliche Praxis gehören auch bei uns in jedes Kursprogramm!

Zum Schluss noch der Blick auf eine Studie von Miriam Matteson und Beate Gersch, wie weit die Vermittlung von Informationskompetenz an amerikanischen öffentlichen Bibliotheken verankert ist. Da kommen uns in Deutschland manche Defizite und Schwierigkeiten bekannt vor.

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Murder in the library!

Multiliteracy ist ein oft benutzter Begriff bei der 6. Euroean Conference on Information Literacy (ECIL) in Oulu, Finnland. Im eingeladenen Vortrag des zweiten Tages machte Kristiina Kumpulainen von der Universität Helsinki deutlich, wie wichtig die Vermittlung einer Vielzahl grundlegender fachübergreifender Kompetenzen in der schulischen Bildung ist und wie diese Multiliteracy im Nationalen Kerncurriculum in Finnland verankert ist. Es geht eben nicht nur um das Lesen von Büchern! Wenn man  Informationskompetenz umfassend versteht und nicht auf das Suchen und Finden von Informationen beschränkt, bleibt die Fragen, wieviel Multiliteracy nicht schon in Information Literacy steckt.

Serious Gaming ist ein weiteres Thema, das in vielen Beiträge der ECIL vorkommt. Besonders interessant ist die Erstellung und der Einsatz eines Escape-Room-Spiels an der Lahti University of Applied Science mit dem Titel „Murder in the Library“. Das ersetzt eine klasssiche (langeweilige ?) Bibliothekseinführung und erfährt hoffentlich bald rege Nachnutzung.

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Zum Konferenzprogramm gehörte auch die Besichtigung der Oulu City Library. Es ist bemerkenswert, was die Bibliothek für die Stadt leistet. Natürlich ohne Benutzungsgebühren, 2.000.000 Bibliotheksebsuche bei 200.000 Einwohnern. Auch der Bereich mit den ausländischen (und deutschsprachigen) Zeitungen und Zeitschriften ist eindrucksvoll!

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Mit einem Empfang aller Konferenzteilnehmenden durch die Stadt Oulu im Rathaus ging der zweite Tag der ECIL zu Ende. Auch hierin zeigt sich die Bedeutung, die die Stadt Bibliotheken, Bildung und Kultur beimisst. Wahrscheinlich würden nicht viele deutsche Städte einen ähnlichen Empfang für 270 Kongressteilnehmende ausrichten.

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We do believe that information literacy makes the difference in the world!

Mit diesen schönen und wahren Worten wurde die European Conference on Information Literacy (ECIL) eröffnet. Nach Istanbul 2013, Dubrovnik 2014, Tallinn 2015, Prag 2016 und St. Malo 2017 findet sie 2018 zum 6. Mal in der mit 200.000 Einwohnern fünftgrößten finnischen Stadt Oulu statt. Vier Tage, 270 Teilnehmende aus 44 Ländern uind 180 Vorträge sind die statistischen Daten. Entscheidend ist aber, dass sich die ECIL-Teilnehmenden wie eine große Familie fühlen und sich intensiv über Forschung und Praxis austauschen. Dle Teilnehmendenzahl aus Deutschland ist leider wieder sehr überschaubar – das ist schade, denn wir brauchen den internationalen Austausch. Aber vielleicht liegt es in diesem Jahr daran, dass gerade eine Woche zuvor der Informationskompetenz-Tag Deutschland/Österreich/Schweiz in Bamberg stattgefunden hat.

Das Motto der ECIL 2018 ist „Information Literacy in Everyday Life“. Die Vorträge decken ein breites Spektrum, mein Schwerpunkt war heute die Förderung von Informationskompetenz in Hochschulen und Schulen. Auch im von uns oft als Vorbild angesehen Finnland fehlt der Begriff „Informationskompetenz“ in Nationalen Kerncurriculum für Schulen. Eine Studie hat ergeben, dass viele Lehrerinnen und Lehrer kein umfassendes Verständnis von Informationskompetenz haben. Problematisch ist auch, dass „Information Literacy“ als „Informationen-Lesefähigkeit“ ins Finnische übersetzt wird.


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Empfang in der Residenz des Deutschen Botschafters

Ein weiteres Highlight der IFLA-Woche stellt in jedem Jahr der Empfang in der Residenz des Deutschen Botschafters vor Ort dar. Um dort hin zu gelangen trafen sich nach dem Ende der General Assembly einige deutsche Kollegen, um gemeinsam den Weg dorthin zu Fuß zu finden. Ein Teil des Weges war kurz hinter dem KLCC noch gut sichtbar mit IFLA-Bannern „beschildert“.

 

Beschilderung in der Nähe des Kongresszentrums
Bild: S. Stummeyer

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Universelles Design für Bibliotheken

In der Session “What is universal design for libraries?” der Sektionen Library Services to People with Special Needs, Public Libraries und Library Services to Persons with Print Disabilities ging es um die Notwendigkeit von Zugangsmöglichkeiten in Bibliotheken für alle Menschen, unabhängig von Alter, Größe oder Behinderung. Denn Bibliotheken sollten als öffentliche Orte für alle Menschen zugänglich sein, ohne Barrieren oder Beschränkungen. Universelles Design bedeutet im Gegensatz zu inklusivem Design, dass es keine separaten oder nachträglichen Lösungen – beispielsweise für Menschen mit Behinderungen – gefunden werden müssen, sondern es von Beginn an so geplant wird, dass möglichst alle Menschen davon profitieren. Weiterlesen


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Konferenzende

Mit der Closing Session endet der diesjährige World Library and Information Congress 2018 in Kuala Lumpur. Dies ist ein offizieller Abschluss mit vielen Reden, Würdigungen und Preisverleihungen. Des weiteren wird schon Werbung für den kommenden Kongress in Athen gemacht und der Kongressort für 2020 offiziell bekanntgegeben – es ist Auckland in Neuseeland.

Damit endet auch meine erster IFLA-Kongress. Am Tag darauf stehen noch Bibliotheksbesuche an, auf die ich sehr gespannt bin und dann geht es auch schon wieder Richtung Berlin.

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Ich bedanke mich herzlich bei BII International und meinem Arbeitgeber Die Bibliothek Wirtschaft & Management an der TU Berlin, die mir die Teilnahme ermöglicht haben. Und ein besonderer Dank geht an die Kolleginnen und Kollegen aus Malaysia, die uns so herzlich empfangen und immer gutgelaunt und mit einem Lächeln alle Fragen beantwortet haben.

Die Konferenzteilnahme war eine großartige Erfahrung und eine persönliche Bereicherung für mich. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich alle Ideen und Informationen sortiert und aufgeschrieben habe.

Terima kasih!


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Lightning Talks 2

IDP workathon mobile services: A possibility!

Adetoun Oyelude gibt eine kurze Einführung, wer mit Internally Displaced Persons (IDP) gemeint ist. IDP sind Menschen, die durch verschiedene äußere Umstände gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und daraus resultierend psychische und physische Beeinträchtigungen erfahren. IMG_4663

Sie ruft dann eindringlich dazu auf, diesen Menschen durch Bibliotheksangebote zu helfen und nennt einige Beispiele für mögliche Hilfsangebote.

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Iraqi libraries after ISIS

In diesem Lightning Talk berichtet Hussein Adil Hasan über die Vernichtung ganzer Bibliotheken im Irak durch die ISIS Milizen. Diese nutzten z.B. Bibliotheken als Quartiere und verbrannten die Bücher, um sich am Feuer zu wärmen. Somit sind viele bedeutende und wichtige Bestände in Irakischen Bibliotheken verloren und damit auch ein Teil der Irakischen Kultur und Geschichte. Hussein Adil Hasan stellt dann das Projekt der Digitalizierung von irakischen Büchern vor. Ziel ist es, die Kultur und Geschichte auf anderem Wege als in gedruckten oder geschriebenenBüchern aufzubewahren und somit sicherzustellen, dass  es nie wieder zu solch einem großen Verlust von Kulturgütern im Irak kommt. Angefangen haben sie im Projekt mit „selbstgebastelten“ Stationen mit Digital-Kameras, inzwischen wird mit professionellen Buchscannern gearbeitet.

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Mir gefällt das Format der Lightning Talks sehr gut. In kurzer Zeit erhalte ich Input zu den verschiedensten Themen und somit auch Ideen, womit ich mich noch tiefer oder genauer beschäftigen möchte.

 


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Zu Besuch in der Nationalbibliothek von Malaysia

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Das von der UNESCO zertifizierte Manuskript des malayiischen Epos Hikayat Hang Tuah.

Im Rahmen des WLIC 2018 hatten alle Delegierten die Möglichkeit, die 1972 gegründete Perpustakaan Negara Malaysia (PNM) zu besuchen. Natürlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen – denn wie häufig kommt man schon nach Malaysia? Und ich habe die Entscheidung keine Sekunde bereut, denn nicht nur waren die Mitarbeiter*innen, die uns durch die verschiedenen Abteilungen führten, wahnsinnig engagiert und freundlich, es gab auch allerlei Beeindruckendes zu sehen. Kommen Sie mit auf eine Stippvisite!

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Lightning talks 1

Lightning Talks sind ein Format, bei dem die Vortragenden nur relativ wenig Zeit haben, um ihr Thema vorzustellen. Bei den Lightning Talks sessions am letzten Tag des Kongresses haben die Vortragenden jeweils 5 Minuten für ihren Vortrag. Es sind sehr viele spannende, interessante und inspirierende Kurzvorträge dabei. Hier eine kleine Auswahl der Vorträge, die ich persönlich spannend und erwähnenswert finde:

Sleep is good for all of us: Student-led innovation, the introduction of energy pods and a win-win for all at Maynooth University Library, Ireland

Cathal McCauley erzählt uns über den Ideen-Wettbewerb an der Universitätsbibliothek: If students did libraries. Bei dieser ersten Runde des Ideen-Wettbewerbs haben die sogenannten Energy Pods gewonnen. Hintergrund sind die vielen unbequem schlafenden Studenten in der Bibliothek und die wissenschaftliche Theorie, dass eine 20 minütige Powernap gut ist, um Energie aufzutanken.

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Libraries use design thinking to ignite co-creation and creativity!

Wie Sidsel Bech-Petersen berichtet, wird an der Dokk1 Aarhus Public Library, Dänemark Design Thinking konsequent angewendet, um immer wieder die Bedürfnisse sowohl der Nutzer als auch der Mitarbeiter herauszufinden und Lösungen für Probleme zu finden. Im Laufe der Zeit wurden dabei verschiedene Dinge gelernt, u.a.: man sollte sich immer wieder fragen, ob man die richtigen Probleme löst;  mit dem Prototyp einer Idee oder Lösung rausgehen zum Nutzer und ihn dazu befragen und somit relativ früh falsche Denkrichtungen oder Ideen aufdecken und auch Design Thinking als Methode für die Nutzer anbieten, damit sie eigene Probleme lösen können. Sie empfiehlt ein Toolkit, welches Bibliotheken nutzen können, um selber mit Design Thinking in der Bibliothek anzufangen.

PD with a passport: a glimpse into volunteering internationally

Cate Carlyle stellt ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung vor. Dabei zeigt sie uns ein Bild, wie sie sich vor einiger Zeit gefühlt hat

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und wie gut es ihr persönlich und beruflich getan hat, in die Welt zu gehen und bei verschiedenen Projekten in der Welt ehrenamtlich zu helfen. Sie stellt verschiedene Projekte vor, bei denen sie mitgeholfen hat, z.B. in Guatemala, Mexico oder auch Nicagarua.