BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Internationale Teilnehmende durch BII-Förderung auf dem Bibliothekartag 2018

Auch in diesem Jahr werden wieder über 400 Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland beim 107. Deutschen Bibliothekartag dabei sein. Die größte Gruppe bilden die Teilnehmenden aus Österreich und der Schweiz mit zusammen 270 Personen. Aber auch aus den Niederlanden und UK reisen jeweils 30 Kollegen an. Die übrigen Teilnehmenden kommen aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA, Kanada und Afrika.

Über die Förderung von BI-International konnten die Fachverbände in diesem Jahr 35 ausländische Gäste einladen.

 

 

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Pakistanische Besuchergruppe in der Geschäftsstelle

Die erste Gruppe internationaler Besucher, die BI-International in 2018 unterstützen konnte, absolvierte vom 28. Januar bis zum 2. Februar ein straffes Programm quer durch die Republik. Unter der Leitung von Herrn Arshad Mahmood erkundeten 9 Mitglieder des Pakistan Library Club Universitätsbibliotheken der Technischen Universität München, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität Berlin und der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus. Um so mehr haben wir uns gefreut, dass Herr Mahmood zusammen mit zwei Kollegen die Zeit fand, uns in der Geschäftsstelle aufzusuchen, wo wir Gelegenheit hatten, über den bisherigen Verlauf des Besuches zu reden und das BII-Stipendium zu überreichen. Den vollständigen Bericht über diese Studienreise können Sie demnächst auf der Webseite des BII lesen.

pakistanische Gäste in der BII-Geschäftsstelle


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Die frühe Kindheit ist entscheident

Frühkindliche Sprach- und Leseförderung in amerikanischen Bibliotheken

In allen Bibliotheken, die ich auf meiner Reise besuche, wird auf Angebote zur frühkindlichen Sprachförderung sehr großen Wert gelegt.

In Queens beginnt man bereits während der Schwangerschaft mit dem Programm Prenatal Education, einem sechsteiligen Kurs für Schwangere und ihre Angehörigen.

Dem folgt dann ab der Geburt bis zum Krabbelalter Baby Play Date, Mother Goose Time von 3 – 17 Monaten, Toddler Time (wenn die Kinder laufen können), Story Time (ab 2 Jahren), Pre-Kindergarten (Vorbereitung auf den Kindergarten). Der Schwerpunkt der Programme liegt sehr stark auf der Zeit, bevor die Kinder mit 4 Jahren in den Kindergarten kommen. Zielgruppe sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Großeltern und die „Nannys“.

Die Programme werden i.d.R. von den Bibliotheksmitarbeiter*innen selbst durchgeführt, die Programmarbeit nimmt hier einen großen Stellenwert ein. An vielen Orten werden diese Programme auch mehrsprachig (vor allem auch in Spanisch und Chinesisch) angeboten. Man geht davon aus, dass es bei der frühkindlichen Sprachförderung darauf ankommt, dass überhaupt mit den Kleinkindern kommuniziert wird, egal in welcher Sprache. Daher sollen auch Eltern, die kein Englisch können, an diesen Programmen teilnehmen. Dementsprechend groß ist das Angebot an Bilderbüchern in anderen Sprachen als Englisch.

Auch in den Bibliotheken selbst wird alles dafür getan, dass sich die Eltern mit ihren Kleinkindern wohlfühlen. Es gibt sehr viel Spielzeug, Krabbelecken, Laufställe, Möglichkeiten zum Stillen und zum Füttern und Wickeln. Lediglich der Parkraum für die vielen Kinderwägen stellt bisweilen ein Problem dar.


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Den Zugang erleichtern

Die Abteilung Customer Experience der York Public Library (NYPL)

New York City (8,5 Mio Einwohner) hat drei große Bibliothekssysteme: Brooklyn Public Library, New York Public Library und Queens Public Library. Zusammen sind die drei Bibliothekssystem an weit über 200 Standorten in der Stadt vertreten. Vergleicht man dies mit großen Bibliothekssystem in Deutschland, wird hier die unglaubliche Dichte des Bibliothekssystems deutlich.

Ich besuche alle drei Bibliotheken, die Zentrale sowie einige Zweigstellen.

Große Bibliothekssysteme mit dehr vielen Beschäftigten verfügen auch über Ressourcen, um wichtige Querschnittsaufgaben zu definieren und mit eigenen Abteilungen zu bearbeiten.

Die New York Public Library(NYPL) hat eine Abteilung für Customer Experience eingerichtet. Der Auftrag dieser Abteilung besteht darin, eine einheitliche Grundlage im Bereich Service, Training und Technik für das gesamte Bibliothekssystem zu schaffen. Die Abteilung arbeitet gemeinsam mit anderen Partnern im Bibliothekssystem.

Die Arbeit folgt diesen Grundsätzen:

Die Angebote der Bibliothek sollen

  • praktisch und einfach sein, alles soll funktionieren (so wurde eine eigene App zur einfachen Nutzung von ebooks entwickelt)
  • einheitlich sein: überall wird nach gleichen Regeln gehandelt
  • stärken: Mit den Angeboten der Bibliothek soll Menschen ermöglicht werden, ihr Leben besser zu bewältigen
  • inspirieren: Die Angebote der Bibliothek sollen die Nutzer inspirieren, neugierig machen

Die Kundenerfahrungen wurde in 26 Cafes mit Kunden und Mitarbeitern ermittelt zu den Themen:
Katalog, Ausleihe, Computer, Raum, Bibliotheksausweis, Apps, Interner Support, Demongraphische Entwicklung, Regeln, Sprache.

Der Zugang (real sowie Barrierefreiheit real und virtuell in Hinblick auf unterschiedliche Beeinträchtigungen), die Sprache und die Regeln wurden intensiv überprüft und, wo notwendig, wurden Änderungen vorgenommen.

Die Abteilung besteht aus 5 Mitarbeiter*innen. Kernstück ist ein Call-Center (Mo-Fr 9 – 18 Uhr) mit einem Informationsservice zu allen Fragen, die Kunden stellen – per Telefon, Mail, SMS, Social Media.

Weiterhin kümmert sich die Abteilung um persönliche Buchempfehlungen, dem wird ein großer Stellenwert beigemessen, sie werden auf der Webseite veröffentlicht. Der Kunde fragt über die Webseite an, was er als nächstes lesen kann, und erhält dazu eine persönliche Empfehlung innerhalb von 3 Arbeitstagen.

Dazu kümmert sich die Abteilung um 1500 Ehrenamtliche, die bei NYPL arbeiten. Sie werden hier geschult und der Einsatz wird koordiniert.

Die Schwellen zur Bibliotheksbenutzung immer wieder zu überprüfen und herabzusetzen, ist ein großes Thema für alle Bibliotheken, die ich besucht habe. So gab es letzten Herbst zum Schulanfang bei der NYPL am 19. Oktober eine Gebührenamnestie für alle Kinder- und Jugendlichen, damit möglichst viele die Bibliothek wieder benutzen können. Mehr dazu


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Die Digitale Spaltung überwinden

 

Basisangebote für den Erwerb digitaler Kompetenzen

Welchen Beitrag Bibliotheken zur Überwindung der digitalen Spaltung leisten können, war das Hauptthema meines Praktikums bei der Gates Foundation im Jahr 1999. mehr

19 Jahre später sieht die digitale Welt ganz anders aus, der „Digital Divide“ ist aber immer noch ein Thema, in den USA und bei uns.

Ich hatte Gelegenheit, mit Brian Franklin und Scott G. Allen (Direktor der Abteilung für Öffentliche Bibliotheken der ALA) bei der ALA zu sprechen, die sich um das Thema Digitale Lernangebote für Bibliotheken kümmert. Die amerikanischen Bibliotheken führen sehr viele Computer-, aber auch Sprach- und Integrationskurse durch. Dabei zeigte sich ein starker Bedarf an einfachen Lernmodulen zum Umgang mit Computern für Menschen, die hier gar keine oder nur sehr wenig Kenntnisse mitbringen. Oft sind das Menschen mit einem geringen formalen Bildungsstand, häufig ohne Schulabschluss oder auch solche, die beruflich nie mit Computern gearbeitet haben. Heute werden aber digitale Basiskenntnisse in nahezu allen Berufsfeldern gebraucht.

Da es auf dem E-Learning-Markt keine geeigneten Angebote für diese Zielgruppe gab, beschloss die ALA, selbst solche zu entwickeln. Dafür gab es Projektmittel. Das Ergebnis ist hier zu sehen.

Es sind kurze Lerneinheiten (Filme) von maximal zu Themen wie

  • Was ist ein Computer
  • Wie benutze ich eine Maus und eine Tastatur
  • Einfache Suche im Internet
  • Internet-Seiten zur Jobsuche
  • Ein Flugzeugticket buchen

Dazu gibt es jeweils ein Arbeitspapier.

Die Programme gibt es jeweils in Englisch und Spanisch.

Da sehr viele Bibliotheken Kurse mit eigenen Mitarbeitern durchführen, gibt es zu jedem Thema auch detailliertes Material für die Lehrkraft.

Die Programme wurden in enger Partnerschaft mit Bibliotheken erarbeitet. In einem weiteren Schritt werden sie für die Bibliotheken personalisiert. Bei der Chicago Public Library kann man das Ergebnis schon sehen.

Mehr über das Programm


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New Librarianship – Die Zukunft von Bibliotheken

Gespräch mit Miguel A. Figueroa, Head of ALA Center for the Future of Libraries

Das Zentrum für die Zukunft der Bibliotheken existiert seit Mai 2014.

Das Institut ist eine Ein-Personen-Institution. Miguel beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen außerhalb des Bibliothekswesens und prüft, was davon Relevanz für Bibliotheken hat.

Das Center hat folgende Aufgaben:

  • Identifikation relevanter gesellschaftliche Trends für Bibliotheken und für die Gemeinschaften (Auf der Webseite findet sich eine Sammlung wichtiger Trends. Hier werden Themen vom Grundeinkommen über Dronen, Gamification, Smart Cities und demografischer Wandel behandelt).
  • Förderung zukunftsweisender und innovativer Techniken, die Bibliotheken und Bibliothekaren helfen, ihre Zukunft zu gestalten
  • Verbindungen mit Experten und innovativen Denkern herstellen, um Bibliotheken dabei zu helfen, aufkommende Probleme anzugehen.
    Eine wichtige Person, die die Diskussion um die nachhaltige Zukunftsgestaltung und die Rolle von Bibliotheken stark beeinflusst, ist R. David Lankes. In seinen Werken über New Librarianship sieht er die neuen Aufgaben von Bibliothekaren darin, durch die Vermittlung von Wissen Gesellschaften zu verbessern.
    Wichtig: Es geht um Wissen (im Unterschied zu Information). Hier setzt ein neues Rollenverständnis von Bibliotheken an: Wissen zu erlangen erfordert Lernprozesse, und Bibliotheken müssen in diesem Prozess eine aktive Rolle einnehmen:
    Weg vom reinen Sammeln und Erschließen, hier zur aktiven Unterstützung von Lernprozessen und gesellschaftlichen Veränderungen.  Der Folgeband, The New Librarianship: Field Guide, versteht sich als Leitfaden für Bibliothekare, die ihren Beruf als eine Chance sehen, in ihren Gemeinden einen positiven Wandel herbeizuführen – Bibliothekare, die erkennen, dass es nicht mehr ausreicht, hinter einem Schreibtisch darauf zu warten, Kunden zu bedienen. Das Buch bietet Werkzeuge, Argumente und Quellen, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Für Menschen außerhalb des Bibliothekswesens hat David Lankes das Buch Expect more verfasst (wurde auch ins Deutsche übersetzt: Erwarten Sie mehr! Wir brauchen bessere Bibliotheken für eine immer komplexer werdende Welt.)
    Das Thema Nachhaltigkeit (Klimawandel, Armut, Ökonomischer Wandel, Bildung) berührt fast alle Zukunftstrends. Bei neuen Angeboten muss es immer darum gehen, diese nachhaltig zu gestalten. Die Menschen und ihre Gemeinschaften brauchen Unterstützung, um die Zukunft nachhaltig zu gestalten. Hier liegt eine große Aufgabe für die Bibliotheken.

Die Arbeitsergebnisse werden in einem Blog weitergegeben. Hier werden neue Projekte beschrieben wie z.B. die Einrichtung von Laboren für Künstliche Intelligenz in Wissenschaftlichen Bibliotheken (und warum sie genau die richtigen Einrichtungen dafür sind).

Die Veröffentlichungen des Instituts stoßen auf großes Interesse bei den Bibliothekar*innen. Auf der Basis sollen Angebote und Dienstleistungen von Bibliotheken weiterentwickelt werden.

 


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BOBCATSSS 2018 in Riga – Studierende berichten

Web

Kommenden Mittwoch startet an der University und National Library of Latvia in Riga die BOBCATSSS. Das 3-tägige bibliotheks-und informationswissenschaftliche Symposium unter der Schirmherrschaft von EUCLID wird jährlich von Studierenden aus europäischen Hochschulen mit viel Engagement und Herzblut organisiert. So treffen sich seit bereits 25 Jahren immer in der letzten Januarwoche Studierende, Praktiker, Forschende und Lehrende an wechselnden Hochschulstandorten in Europa zu Vorträgen und Workshops, zum Diskutieren und Erfahrungen Austauschen. Für viele Studierende ist es das erste Mal, dass sie – bereits vor Ende des Studiums – eine aktive Rolle in einer (schon traditionsreichen) Fachkonferenz einnehmen dürfen, für viele ist es auch der erste studienbezogene Auslandsaufenthalt überhaupt.

Der Studiengang Informationsmanagement der Hochschule Hannover reist nach 2016 (Lyon) und 2017 (Tampere) bereits zum dritten Mal mit einer 10-köpfigen Studierendengruppe zur BOBCATSSS und berichtet hier (tages)aktuell von den Eindrücken.