BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Erfolgreiche Teilnahme der deutschen Delegation an ALA Annual Conference in Chicago

Beeindruckt von der Teilnehmerzahl von mehr als 20.000 Personen und von 1.800 angebotenen Programmen kehrte die deutsche Delegation kürzlich vom ALA-Kongress in Chicago zurück. Insgesamt 61 Länder waren vertreten. Die Keynote während der Abschlussveranstaltung hielt Hillary Clinton. In vier Vortragssessions zu den Themen „Bibliotheken in Deutschland“, „Bibliotheksangebote für Geflüchtete“, „Entwicklungen im Management von WBs“ und „Bibliotheken unterstützen Forschung“ vermittelten die 11 Vertreter/innen aus Deutschland einen Einblick in hiesige Trends. Ein erfolgreicher Höhepunkt im Partnerland USA-Deutschland 2016-2019!

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Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use. Satellite Meeting der IFLA Library Buildings and Equipment Section, Chicago 10.-11.08.16, Workshop

Für die Entwicklung neuer Bibliothekskonzepte ist der sichere Umgang mit Instrumenten und Methoden partizipativer Planung entscheidend. Es geht darum, Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer zu ermitteln, einzuordnen und in Workshops gemeinsam innovativ zu arbeiten. Das macht die Beteiligung von Architekturbüros nicht überflüssig, denn nur Gestaltungsprofis können die verschiedenen Elemente zusammenhalten und informierte ästhetische Entscheidungen treffen. Aber gerade auch in der Planungsphase des Dokk1 in Aarhus, die derzeit exemplarisch für solche Beteiligungsprozesse steht, hat sich gezeigt, wie förderlich der kollaborative und partizipative Ansatz ist. So wundert es nicht, dass auch beim Satellite Meeting der IFLA Library Buildings and Equipment Section in Chicago am frühen Nachmittag des ersten Tages die gemeinsamen Arbeit mit interaktiven Planungsinstrumenten geübt wurde.

Karen Latimer, Mair Østergård und Elif Tinaztepe auf dem Podium

Karen Latimer führt in den von Marie Østergård (Dokk1) und Elif Tinaztepe (Schmidt Hammer Lassen Architects) geleiteten Workshop ein

In den zwei Workshopphasen wurden zunächst Personas erarbeitet und dann als Grundlage der Evaluation eines gegebenen Grundrisses genutzt. Personas sind fiktive Figuren, die in sich Eigenschaften individueller Bibliotheksnutzer zu Typen vereinen. Sie dienen dazu, herauszufinden, welche spezifischen Bedürfnisse die verschiedenen Gruppen haben und geben damit den oft abstrakten Ergebnissen quantitativer und qualitativer Studien buchstäblich ein Gesicht. Mithilfe von Personas ist es möglich, Nutzungsszenarien durchzuspielen und auf ihr Funktionieren hin zu untersuchen. Im Falle des Dokk1 wurden die bis dahin entwickelten Personas sogar als Aufgabe an die Architekten im Wettbewerb genutzt. Im Workshop selber war es erstaunlich, wie schnell die internationalen Teilnehmer in den jeweiligen Gruppen ohne weitere Grundlage relativ schlüssige und typische Personas entwickelt haben. Nebenbei wurde der nicht ganz unwichtige Aspekt interkultureller Verständigung bei der Entwicklung von Personas entdeckt.

Grundrisse und Arbeitsmaterialien

Die Arbeit mit realitätsnahen Grundrissen machte den Workshop besonders anschaulich

In der zweiten Workshopphase wanderten die Teilnehmer mit den Augen ihrer Persona durch den Grundriss einer Bibliothek. Aufgabe war es, potentielle Probleme und Störfaktoren zu identifizieren, fehlende Einrichtungen, Räume oder Dienstleistungsbereiche zu identifizieren und Dinge zu kennzeichnen, die aus der Perspektive der Persona besonders gut funktionieren. Der Perspektivwechsel wurde von den Teilnehmern sehr gut angenommen und es stellten sich erstaunliche Sichtweisen ein. Deutlich wurde auch, dass eine kritische Herangehensweise in der frühen Planungsphase nicht nur typisch, sondern sogar wünschenswert ist.
Der Workshop war eine willkommene und interessante Abwechslung während des programmatisch sehr dichten ersten Konferenztages. Mal wieder wurde deutlich, wie dankbar interaktive aber auch kreative Elemente aufgenommen werden, die den üblichen Ablauf solcher Konferenzen und Seminare durchbrechen. Die Arbeit im Gruppenmhat allen Teilnehmern nicht nur Spaß gemacht, sondern auch ganz neue Perspektiven eröffnet. Es zeigt sich, dass das neue Denken in Bibliotheken auch neue Arbeitsformen voraussetzt.