BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Die Bibliothek als Zufluchtsort

Bei der Session der Metropolitan Libraries zu „Sanctuaries in the city: the public library as a safe space“ am Sonntag wurde von 6 Referenten aus verschiedenen Ländern die Frage beleuchtet, welche Herausforderungen die Bibliothek als Zufluchtsort für alle Menschen in einer Stadt mit sich bringt. Die Papers zu den Vorträgen sind hier zu finden: http://www.professionalabstracts.com/iflawlic2018/iplanner/#/grid

Die erste Präsentation mit dem Titel „Public Libraries are safe and neutral spaces…when people aren’t in them!“ von Leonee Ariel Derr (Stonnington Library and Information Service, Australia) gab einige Denkanstösse zu der Frage welche Herausforderungen eine Bibliothek für alle Menschen mit sich bringt. Besonders spannend fand ich die These, dass die individuelle Bedeutung von Sicherheit & Zufluchtsort durchaus für einige Menschen einen erheblichen Widerspruch zu Inklusion & Zuflucht suchendem Mensch/Geflüchtetem darstellen kann. Deshalb vertritt Leonee die Ansicht, dass die Bibliothek vorsichtig mit einer Beschreibung als „safe place“ sein sollte, da sonst falsche Erwartungen geweckt werden können und eine Vorstellung von Bibliothek, die mit der Idee von Bibliothek, die MitarbeiterInnen im Kopf haben, kollidiert und Konflikte erzeugt. Das Fazit von Leonee hat mich so beeindruckt, dass ich es hier unbedingt zitieren muss:

„…It is essential that public libraries buck the trend of claiming to be “neutral,” often a cop-out term used to avoid conflict. Public libraries should instead vie for being principled if not radical in practice: showing empathy and compassion whilst upholding the rights of every individual in the communities they serve.“

Für alle, die mehr zum Vortrag und den Überlegungen von Leonee lesen wollen, hier der Link zum Paper von Leonee: http://library.ifla.org/2272/1/114-derr-en.pdf

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Besuch einer öffentlichen Bibliothek in KL

Unglaublich was die Kolleginnen und Kollegen aus Kuala Lumpur möglich gemacht haben: da ich bei den Library Visits heute leider nicht dabei sein kann, haben sie am Dienstag spontan für eine Kollegin aus Sri Lanka, zwei Kolleginnen aus Thailand und mich eine Fahrt zu der „Perpustakaan Raja Tun Uda“ Bibliothek organisiert.

Die Bibliothek ist unglaublich in vielfacher Hinsicht:

  • 28 km vom Kongresscentrum entfernt mit fantastischem Ausblick auf ein Wasserreservoir. Das Grundstück war übrigens ein Geschenk des Sultans
  • Mit 6 Stockwerken und einem eigenen Bereich für Kinder (man muss übrigens seine Schuhe ausziehen, damit der Teppichboden geschont wird)
  • einem eigenen Parkhaus über mehrere Etagen (irgendwo müssen die Besucher der Bbliothek ihr Auto lassen, da der öffentliche Nahverkehr außerhalb des Stadtzentrums noch nicht sehr gut ausgebaut ist)
  • Fantastische technischer Ausstattung (u.a. 3D-Kino, 6D-Vorführraum, VR-Angeboten z.B. einem Life Sketchbook)
  • Ein gut ausgestatter Fitnessraum mit Trainer + ein extra Raum für die Frauen mit Trainerin, in dem alle KundInnen der Bibliothek trainieren können und selbstverständlich auch die Beschäftigten der Bibliothek
  • eine eigene Cafeteria.
  • Ein großer Gebetsraum (aber das ist eigentlich Standard)
  • ein kleiner Dachgarten mit Blick über KL, für alle, denen es in den kühlen klimatisierten Räumen irgendwann zu kalt wird

Wir haben eine sehr exklusive Führung von einem Mitarbeitern aus dem IT-Bereich und einem Mitarbeiter aus dem Marketing durch die Bibliothek bekommen, die unter anderem berichtet haben, dass die Bibliothek so besonders attraktiv gestaltet und mit viel moderner Technik ausgestattet wurde, damit sie ein Besuchermagnet für alle Altersgruppen wird. Viele Ideen wurden von Bibliotheken in Singapor übernommen, z.B. ein künstlicher Baum im Kinderbereich oder der Fitnessraum, der in Singapor jedoch nur von MitarbeiterInnen genutzt werden darf.

Um sich in der riesigen Bibliothek besser orientieren zu können, hat jede Etage einen eigenen Farbcode und eine Wandmalerei, die einen Eindruck davon gibt, welche Medien auf den jeweiligen Etagen zu finden sind. Täglich kommen bis zu 6.500 Menschen ins Haus, die Bibliothek ist 7 Tage in der Woche geöffnet, an Wochenenden sogar bis 21 Uhr, damit Familien sich gemeinsam länger aufhalten können.

Hier gibt es ein paar Fakten zu der Bibliothek: http://www.visitselangor.com/perpustakaan-raja-tun-uda/

Und die Website der Bibliothek mit einem Foto des 6D-Bereichs, den wir mit einer Achterbahnsimulation sogar life erleben durften (schreien war erlaubt, da das Gefühl mit den rüttelnden Stühlen, Wind im Nacken sehr authentisch war): http://www.ppas.gov.my/index.php/perkhidmatan/6d

Einige Eindrücke der Bibliothek:

Fitnessraum im Untergeschoss der Bibliothek

 

 

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek (Richtungswechsel)

Blick auf das Wasserreservoir

Vor dem 6D-Theater

Im 6D-Theater

Life Sketchbook Simulation

In der Kinderbibliothek

Vor dem Eingang zur Kinderbibliothek