BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


Hinterlasse einen Kommentar

Lehren aus dem Desaster ziehen oder: wie japanische Bibliotheken das „Große Erdbeben“ aufarbeiten

 

FED0875B-27A9-4436-B803-2CA3F468BD6A

Ausschnitt aus der Dokumentation „The Phone of the Wind“ (Quelle: NHK).

Der WLIC ist zwar vorüber, aber hallt noch lebendig nach. So ergeht es vielen Menschen, insbesondere in Japan, mit dem 11. März 2011. Ich erinnere mich noch bestens. Als an diesem Tag das Tōhoku-chihō taiheiyō-oki jishin , das „Erdbeben an der Pazifik-Küste vor der Tōhoku-Region“ jenen verheerenden Tsunami auslöste, dessen Flutwellen fast 16.000 Menschen das Leben kosten sollten, stand ich gerade in meiner Kölner Studentenwohnung, umzingelt von zahllosen Umzugskisten und starrte betroffen auf die furchtbaren Bilder, die das Fernsehen übertrug. Als Japanologin fühle ich mich diesem wunderbaren Land und seinen Menschen naturgemäß sehr verbunden – und ich sollte wenige Tage später in ein Flugzeug nach Ôsaka steigen, um mein Auslandssemester anzutreten. Die Katastrophe hat meinen Aufenthalt in Japan nachhaltig geprägt. Und daher kam ich auch nicht umhin, aufmerksam zwei Beiträge japanischer Kolleginnen zu verfolgen, die über die Dokumentation des Tōhoku-Erdbebens berichteten.

Weiterlesen

Werbeanzeigen


Hinterlasse einen Kommentar

Besuch einer öffentlichen Bibliothek in KL

Unglaublich was die Kolleginnen und Kollegen aus Kuala Lumpur möglich gemacht haben: da ich bei den Library Visits heute leider nicht dabei sein kann, haben sie am Dienstag spontan für eine Kollegin aus Sri Lanka, zwei Kolleginnen aus Thailand und mich eine Fahrt zu der „Perpustakaan Raja Tun Uda“ Bibliothek organisiert.

Die Bibliothek ist unglaublich in vielfacher Hinsicht:

  • 28 km vom Kongresscentrum entfernt mit fantastischem Ausblick auf ein Wasserreservoir. Das Grundstück war übrigens ein Geschenk des Sultans
  • Mit 6 Stockwerken und einem eigenen Bereich für Kinder (man muss übrigens seine Schuhe ausziehen, damit der Teppichboden geschont wird)
  • einem eigenen Parkhaus über mehrere Etagen (irgendwo müssen die Besucher der Bbliothek ihr Auto lassen, da der öffentliche Nahverkehr außerhalb des Stadtzentrums noch nicht sehr gut ausgebaut ist)
  • Fantastische technischer Ausstattung (u.a. 3D-Kino, 6D-Vorführraum, VR-Angeboten z.B. einem Life Sketchbook)
  • Ein gut ausgestatter Fitnessraum mit Trainer + ein extra Raum für die Frauen mit Trainerin, in dem alle KundInnen der Bibliothek trainieren können und selbstverständlich auch die Beschäftigten der Bibliothek
  • eine eigene Cafeteria.
  • Ein großer Gebetsraum (aber das ist eigentlich Standard)
  • ein kleiner Dachgarten mit Blick über KL, für alle, denen es in den kühlen klimatisierten Räumen irgendwann zu kalt wird

Wir haben eine sehr exklusive Führung von einem Mitarbeitern aus dem IT-Bereich und einem Mitarbeiter aus dem Marketing durch die Bibliothek bekommen, die unter anderem berichtet haben, dass die Bibliothek so besonders attraktiv gestaltet und mit viel moderner Technik ausgestattet wurde, damit sie ein Besuchermagnet für alle Altersgruppen wird. Viele Ideen wurden von Bibliotheken in Singapor übernommen, z.B. ein künstlicher Baum im Kinderbereich oder der Fitnessraum, der in Singapor jedoch nur von MitarbeiterInnen genutzt werden darf.

Um sich in der riesigen Bibliothek besser orientieren zu können, hat jede Etage einen eigenen Farbcode und eine Wandmalerei, die einen Eindruck davon gibt, welche Medien auf den jeweiligen Etagen zu finden sind. Täglich kommen bis zu 6.500 Menschen ins Haus, die Bibliothek ist 7 Tage in der Woche geöffnet, an Wochenenden sogar bis 21 Uhr, damit Familien sich gemeinsam länger aufhalten können.

Hier gibt es ein paar Fakten zu der Bibliothek: http://www.visitselangor.com/perpustakaan-raja-tun-uda/

Und die Website der Bibliothek mit einem Foto des 6D-Bereichs, den wir mit einer Achterbahnsimulation sogar life erleben durften (schreien war erlaubt, da das Gefühl mit den rüttelnden Stühlen, Wind im Nacken sehr authentisch war): http://www.ppas.gov.my/index.php/perkhidmatan/6d

Einige Eindrücke der Bibliothek:

Fitnessraum im Untergeschoss der Bibliothek

 

 

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek

Blick aus dem 6. Stockwerk in die Bibliothek (Richtungswechsel)

Blick auf das Wasserreservoir

Vor dem 6D-Theater

Im 6D-Theater

Life Sketchbook Simulation

In der Kinderbibliothek

Vor dem Eingang zur Kinderbibliothek

 


Hinterlasse einen Kommentar

Auf Wiedersehen, Kuala Lumpur

Wir haben das Gefühl, gerade erst angekommen zu sein, und doch hat der IFLA WLIC 2018 in Kuala Lumpur mit der Closing Session heute sein Ende gefunden.

Wir nehmen viele tolle Eindrücke mit: Wir haben innovative und wegweisende Vorträge gehört, Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt kennengelernt und die unvergleichliche Gastfreundschaft Malaysias erleben dürfen. Wir bedanken uns herzlich, dass wir an diesem Kongress teilnehmen durften!

Viele Grüße aus Kuala Lumpur senden Catharina Boss, Florian Preiß, Nadja Baldszuhn und Sonja Rosenberger


Hinterlasse einen Kommentar

IFLA Dynamic Unit and Impact Award 2018

Zum ersten Mal hat die IFLA für eine ihrer Sektionen den Preis für die einflussreichste und dynamischste Sektion vergeben. Von den  44 Sektionen und 17 Special Interest Groups hatten sich 13 beworben.

Die Sektion zur Beruflichen Fort- und Weiterbildung CPDWL hat nun als erste Sektion diesen Preis gewonnen. Das ist ein besonderes Zeichen, denn diese Sektion beschäftigt sich nicht mit fachlichen Themen aus dem beruflichen Alltag in den Bibliotheken, sondern hat die Beschäftigten und die Führung im Blick. Dabei geht es mehr um soft skills als harte Fakten, auch wenn Führung für viele als hart empfunden werden kann.

Seit Jahren bietet CPDWL partizipative Formate wie Workshops, Knowledge Cafés oder in diesem Jahr zum ersten Mal ein Coaching Programm an. Das alles findet regen Zuspruch bei den Teilnehmenden und hat jetzt auch Anerkennung bei der Führung der IFLA gefunden. Die Zusammenarbeit in dieser Sektion ist ungewöhnlich gut, es sind zahlreiche Freundschaften entstanden und fast alle, die sich in den letzten Jahren aktiv an der Arbeit beteiligt haben, bleiben der Sektion eng verbunden. Da es aber nach Beendigung der maximal achtjährigen Mitarbeit für alle insgesamt nur fünf sogenannte Corresponding Members-Plätze gibt, hat die Sektion den Begriff des Consultant geschaffen. Diese Consultants sind weiterhin sehr aktiv, kommen regelmässig zu den Arbeitstreffen und nehmen auch an Videokonferenzen oder Skypetreffen während des Jahres teil.

Falls Sie ein Interesse an der Mitarbeit haben, melden Sie sich gern

lang@sub.uni-hamburg.de

Eine lobende Erwähnung fanden die Sektion Öffentliche Bibliothek und die Special Interest Group Umwelt, Nachhaltigkeit und Bibliotheken.

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern!

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.


Hinterlasse einen Kommentar

Die Zukunft im Blick – von Tsetswana bis Plogging

Petra Hauke (HU Berlin) ist die Gastgeberin bei Catalysts for environmental and social sustainability: Libraries supporting young adults’ quest for a better future

Nachhaltigkeit im sozialen Kontext ist das Ziel von “Libraries without borders”. In Westafrika, vor allem in Senegal und Elfenbeinküste, ermöglicht das Young Leaders Program, das von Jeremy Lachal als ein Beispiel für Nachhaltigkeit im sozialen Bereich vorgestellt wird, ambitionierten jungen Frauen und Männern die Teilnahme an Trainings und Workshops. Damit sollen sie befähigt werden, ihre Community zu unterstützen und ihre neu erworbenen Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches (Berufs-)leben einzusetzen.

Collect a word, add a wordist ein Sprachprojekt, das von Lillian Oats an einer Junior Highschool in Botswana durchgeführt wird. Die Schulbibliothek unterstüzt und vermittelt das Erlernen einer lokalen Sprache, Tsetswana, die zwar von 95% der Bevölkerung neben Englisch gesprochen wird, aber dennoch oft nicht geschrieben oder in vollem Umfang korrekt genutzt werden kann. Mit dem Erhalt dieser Sprache wird an die lokalen historischen Wurzeln verwiesen und eine Verbindung zur eigenen Geschichte, Gebräuchen und Traditionen geschaffen.

Der 15. April ist in Russland Tag der Nachhaltigkeit – und die Russische Nationalbibliothek als Initiator einer Wachstumsbewegung hat mit ihrer Kinder- und Jugend Abteilung eine erfolgreiche, landesweit durchgeführte Aktion aufgezogen, die neben drei Ministerien zwei weitere Bibliotheken und zahlreiche weitere Partner eingebunden hat. Ganz zu schweigen von den 1500 teilnehmenden Bibliotheken aus 75 der 86 Regionen… Die Teilnehmer führten an diesem Tag Workshops, Vorträge, Exkusionen oder andere Aktivitäten durch und Beteiligten sich mit einem kurzen Film über ihr Projekt an einem landesweiten Wettbewerb. Initiator Anton Purnak hofft auf größere Beteiligung im kommenden Jahr!

Going Green: sustainable practices in Philippine libraries wurde von Sharon-Maria Esposo-Betan vorgestellt: Bibliotheken auf den Phillipinen Beteiligten sich an einer Befragung zu ihren Anstrengungen in punkto Umweltschutz: nutzen sie Recyclingpapier? Wird Ausdrucken vermieden? Werden umweltschonende Reinigungsmittel verwendet? Fährt der Bücherbus mit Öko-Kraftstoff? Für die Beantwortung der Fragen wurden jeweils Punkte vergeben und die Bibliotheken erhalten eine Bewertung vergleichbar dem bei uns verwendeten Energieausweis für Gebäude.

Going green: international student workshop on recycling and SAGs in Joensuu. Ulla Pötsönen berichtet sehr persönlich von ihrer Bibliothek in Finnland, die längere Zeit nach Möglichkeiten suchte, “grünes” Bewusstsein an ihre Jungen Nutzer zu vermitteln und, besser noch, diese zur Mitarbeit zu bewegen. Der Durchbruch kam zufällig mit einem 2stündigen Workshop mit Erstsemester-Studenten der benachbarten Bibliothek: hier ging es um das persönliche Engagement, darum, selbst aktiv zu werden. Daraus entwickelte sich eine Serie von Workshops, Upcycling-Kursen, Initiativen und Aktionen wie gemeinsamen Plogging. Noch nie gehört? Beim Joggen bückt man sich und sammelt allen herumliegenden Müll in eine Tüte… So tut man etwas für die eigene Gesundheit und die Community!

Campus sustainability and Information literacy for First Year students stellt Raymond Pun von der Fresno State University vor. Das Programm stellt Erstsemester, unterrepräsentierte Gruppen und Frauen in technischen Studiengängen in den Mittelpunkt. Im Rahmen eines Recherchetrainings erlernen die Student/innen nicht nur wichtige Techniken die ihnen bei der Nutzung z.B. der Uni Bibliothek helfen, sondern tragen auch zur jährlichen Aktualisierung einer Datenbank über umweltbezogene Daten den Unicampus betreffend bei. Besonders für Student/innen, die als erste aus ihrer Familie studieren, ist dies eine Hilfe in mehr als einer Hinsicht


Hinterlasse einen Kommentar

Hot Topics: Artificial Intelligence, OA2020 und automatisierte Sacherschließung

Auch in diesem Jahr finden auf dem WLIC die sogenannten Hot Topic-Sessions statt. Dabei sollen besonders aktuelle Themen in dreiminütigen Kurzvorträgen angerissen und dann in Gruppen diskutiert werden. Die Sektion Academic and Research Libraries hat sich in ihrer Hot Topic-Session für die Themen „Artificial Intelligence – Disruptor or Transformer of 21st Century Libraries“, „OA2020 – A Brazilian Perspective“ und „Automatic (or computer supported) Subject Indexing“ entschieden. Weiterlesen