BII Stories

Stipendiatenberichte und Neuigkeiten von Bibliothek & Information International


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Open about Open

In der leider in einen zu kleinen Saal gelegten Open Science-Session spricht sich, klar, jeder für Openness aus. Ich habe versucht, auch ohne Blick auf Slides und Referenten ein paar Vortrags-Häppchen mitzubekommen.

Die Referentin von der China National Science Library erörtert die schon lange bestehenden OA-Fördermaßnahmen ihres Landes. Der Chinesische Open-Access-Plan soll den Return on Investment erhöhen: Wenn die auf Staatskosten produzierten Wissenschaftspublikationen frei zugänglich sind, kann natürlich auch der Effekt größer sein. Ein logisches Argument, das auch in Deutschland verstärkt gebracht werden sollte: Die Kosten-Nutzen-Rechnung der Investition in die Wissenschaft fällt bei OA einfach besser aus, weil man mehr und unterschiedlicheres Publikum erreicht. Die Frage nach einer guten Alternativen zum Impact Factor konnte offenbar leider auch in China noch nicht gelöst werden. Genauso wie überall wird auf Scopus und WoS genutzt.

Vanessa Proudman von SPARC listet in ihrem talk “Default to open” Hindernisse und Chancen für den Durchbruch von Open Science auf: Dazu gehören etwa rechtliche Rahmenbedingungen mit zu restriktiven intellectual property rights, die in Zukunft (s. „Ancillary Rights“ für Verlage) sogar das Verlinken von Journal-Artikeln verhindern könnten; Dagegen könnte die Openness als positiver Evaluationsfaktor die Hinwendung zu OA verstärken : Gute Forscher stellen ihre Forschung offen. Das könnte durch starke OA-Policies an den Forschungseinrichtungen mit ensprechenden Briefing Papers erreicht werden.  Helfen könnte auch (noch) mehr Vernetzung der verschiedenen OA-Aktivitäten sowie der Auf- und Ausbau nachhaltiger Infrastruktur. OA-Maßnahmen haben immer noch zu stark Projektcharakter, so dass z.B. auch die Langzeitarchivierung bei OA-Materialien längst nicht flächendeckend garantiert werden kann.  Peter Murray-Rust (ContentMine, UK) stellt fest, daß Bibliothekare, die Forschern das “minen” der lizenzierten Journals verbieten, doch wohl eher auf der Seite der Publisher stehen als auf der der Wissenschaftler aus der eigenen Einrichtung. Mittlerweile sei es ganz normal, Texte durch Maschinen lesen zu lassen. Die altgedienten Bibliothekare sollten sich doch endlich einmal an den jungen Leuten orientieren und von ihnen lernen anstatt zu versuchen, ihnen etwas beizubringen.  Young people are the future ! Da ist was dran. Bibliotheken sollten dafür sorgen, dass Wikidata, auf dem auch die Wikipedia-Daten basieren, im Wege von Text- und Datamining durch ihre Bestände gefüttert wird. Stattdessen schafften sie es nicht einmal, ihre „eigenen“ Dissertationen zu minen.

Reggie Rajo aus Südafrika stößt ins gleiche Horn wie Vanessa: Man muß dafür sorgen, dass OA-Publizieren den Ruf der Wissenschaftler befördert. Studierende können sich die teuren Textbooks einfach nicht leisten und vor die Wahl “Essen oder Lesen ?” gestellt, entschieden sich dann doch viele für die Ernährung.  Niedrigpreis-Angebote, die in Teilen der südlichen Hemisphäre notwendig wären, sind für große Publisher wohl nicht wirtschaftlich. In Südafrika führt die Nichtverfügbarkeit von Lehrmaterialien zu einer Uni-Dropout-Quote von 70 %. Das Projekt „Open Monograph“, in dem u.a. sehr anspruchsvolle Lehrbücher hergestellt werden, ist auch aufgrund der Open-Souce-Software erfolgreich. Weil viele Leute keine Computer besitzen, müssen die Bücher, die mit Multimedia-Inhalten angereichert sind, (z.B. für Medizin), auch auf Smartphones lesbar sein. Problematisch ist allerdings, dass für die Software keine Schulungen dafür verfügbar sind. Reggie ruft zu einer „Dekolonisierung“ des Publizierens auf.

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Bibliothek der Dinge

Angelzubehör, Stühle für Schulkinder, Werkzeug? Kannst Du Dir alles in der Bibliothek ausleihen. Einen Eindruck von der Vielfalt der Bibliotheksangebote, die über Bücher, Zeitschriften und Datenbanken hinausweisen, gab gestern eine Kooperationsveranstaltung der Collection Development und Metropolitain Library Sections mit dem langen Titel „Check Me Out! Human Libraries and Unique Circulating Collections, from Art to Technology Petting Zoos“. Im Hintergrund der neuartigen Angebote stehen  Ideen der Sharing Economy und des nachhaltigen Konsums.

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„Hackathons organisieren ist einfach!“

Unsere deutsche Kollegin Antje Theise von der SUB Hamburg präsentierte im Rahmen einer Session der Sektion für Rare Books and Special Collections den sehr erfolgreichen Kultur-Hackathon ihrer Einrichtung im Rahmen von Coding da Vinci. Einige der äußerst beeindruckenden Ergebnisse sind hier einsehbar.

Auf die Frage, wie man überhaupt an so eine Veranstaltung herangeht und wie aufwendig die Organisation ist, antwortete Antje Theise: „It’s very easy.“ Also lasst es uns tun!


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„The right to read is the right to mine“ – das Recht zu lesen ist auch das Recht Informationen zu extrahieren

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Peter Murray-Rust aus Cambridge hält einen sehr emotionalen Vortrag darüber, dass sich die Wissenschaft nicht durch die Verlage einschränken lassen soll. Er hat in seiner non-Profit Organisation eine Open Source Software (contentmine.org) entwickelt um Akademische Artikel mit Schlagwörtern der Wikidata zu indexieren. Die Software extrahiert auch Daten aus Graphen in Artikeln um sie überprüfbar zu machen. Er tritt dafür ein Information zugänglicher zu machen, auch dadurch, dass Informationen aus Publikationen zugänglicher gemacht werden. Die Software könnte auch für die Indexieren von Dissertationen genutzt werden. Sein Vorschlag ist Hackathons in Bibliotheken zu organisieren um Programme zu entwickeln die den heutigen Wünschen der Wissenschaft gerecht zu werden. Sein Aufruf lautet, die Studenten und jungen Wissenschaftler mehr in den Veränderungsprozess zu integrieren.


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Revolution der wissenschaftlichen Kommunikation?

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Chris Hartgerink ( Uni Tilburg, Niederlande) stellt uns seine neue Idee wissenschaftlicher Kommunikation vor. Seine Hypothese ist, dass die Publikationen von Papers das Hauptproblem ist, welches auch durch Open Access nicht gelöst werden kann. Er schlägt vor den gesamten Kommunikationsprozess radikal zu reformieren. Wir haben heute Zugang zu anderen Medien als gedruckten Artikeln. Deshalb sollte in Projekten mit einer Publikation der zugrunde liegenden Theorie begonnen werden sollte. Während der Projektlsufzeit sollten dann Hypothese, Methoden und Daten publiziert werden um eine offene Kommunikation zu garantieren. In diesem Kontext wäre es einfacher Wissenschaft zu replizieren, so dass der gesamte Forschungsprozess effizienter gestaltet werden könnte. Offen bleibt jedoch die Frage wie es möglich werden könnte einen Solchen Prozess zu starten gegen die existierenden Strukturen.


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Vom Bücherhimmel bis zum Produktionsstudio – inspirierende Bibliotheksprojekte weltweit

Welche neuen, modernen Bibliotheksgebäude gibt es in anderen Ländern? Welche innovativen Projekte haben sich andere Bibliotheken ausgedacht, um Besucher in den Lesesaal zu holen? Reicht es eigentlich aus, „nur“ Bücher zu bieten oder werden Bibliotheken mehr und mehr zu sozialen Treffpunkten außerhalb der virtuellen Welt?

Gestern habe ich die Veranstaltung „Branding, Bridging, Building: Telling and Selling the Space Story – Library Buildings and Equipment with Management & Marketing in der großen Halle im Zentrum der Jahrhunderthalle in Breslau besucht.

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